01. Januar 1871 im Deutschen Reich

01. Januar 1871 im Deutschen Reich

Heute vor genau 150 Jahren

Der Jahresbeginn ist immer wieder aufs Neue und in vielerlei Hinsicht eine Zäsur im Denken und Handeln der Menschen. Mit „Triumph des Jahres 1813. Den Deutschen zum Neuen Jahr“ ist z.B. eine Karikatur der Gebrüder Henschel aus Berlin unterschrieben, in der das Konterfei von Napoleon mit blutrotem Kragen gezeigt wird, seine Gesichtszüge aus den Gefallenen und Opfern der „napoleonischen Ära“ zusammengesetzt sind und der schwarze Preußenadler als Hut ihn mit seinen Krallen festhält. Die Karikatur soll die preußischen Bürger daran erinnern, dass sie Deutsche sind, gemeinsam gegen einen äußeren Feind gekämpft haben und die nationale Idee nicht aus dem Blick verlieren sollen.

Dennoch wird es, mit Ausnahme des kurzen Versuchs 1848/49, bis zum Jahr 1871 dauern, bis das Deutsche Reich entsteht. Die Verfassung des Deutschen Reichs, in dem Preußen als mächtigster deutscher Staat ab 1871 aufgeht, tritt am heutigen 1. Januar 1871 in Kraft. König Wilhelm I. wird kurz darauf, am 18. Januar 1871, im Spiegelsaal von Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert. Vor allem in staats- und verwaltungsrechtlicher Hinsicht gibt es in den folgenden Jahrzehnten dann viele Ereignisse in der deutsch-preußischen Geschichte, die mit dem Jahresbeginn ihre Gültigkeit erlangen: 1872 wird das einheitliche deutsche Strafgesetzbuch eingeführt, 1876 nehmen die Standesämter in ganz Deutschland ihre Arbeit auf und am Jahresbeginn 1900 wird das „Bürgerliche Gesetzbuch“ in Kraft gesetzt.

Erinnert sei an dieser Stelle aber auch an etwas weiter zurückliegende Ereignisse aus der preußischen Geschichte: Zum Jahresbeginn 1831 wird die Anlage und der Gebrauch von Dampfmaschinen in Preußen festgeschrieben, 1824 werden am 1. Januar in Preußen erstmals Briefkästen aufgestellt und abschließend sei auch an ein Ereignis erinnert, das bereits 311 Jahre zurückliegt: Am 1. Januar 1710 tritt ein Edikt des preußischen Königs Friedrich I. in Kraft, das die Bildung der „Königlichen Residenz Berlin“ durch die Zusammenlegung der Städte Berlin, Kölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt vorgibt.

Die kleinen und großen hier genannten Ereignisse der Preußischen Geschichte haben etwas gemeinsam: Sie verweisen auf den Beginn von etwas Neuem, den hoffnungsvollen Aufbruch in eine neue Zeit, die das Alte hinter sich lässt. In dieser Tradition wünschen wir Ihnen ein gutes neues Jahr 2021!

Quelle: https://www.preussen.de/