01. November 1539 in Brandenburg

01. November 1539 in Brandenburg

Heute vor 482 Jahren

In der Spandauer Nikolaikirche findet vermutlich am heutigen Tag, auf Geheiß des Kurfürsten Joachim II. Hektor, die erste evangelische Abendmahlsfeier Brandenburgs statt. Dem anwesenden Kurfürsten und den Adligen wird das Abendmahl in „beiderlei Gestalt“ mit Brot und Wein gereicht. Noch der Vater von Joachim II., Kurfürst Joachim I. Nestor, hatte die Reformation rundweg abgelehnt und seinen Sohn gedrängt, den katholischen Weg zu gehen. Joachim II. hat vielleicht auch deshalb eine sehr moderne Haltung für sein Land angestrebt, indem er eine passende Kirchenordnung auf den Weg bringt, die die Besonderheiten Brandenburgs berücksichtigt, sich um Ausgleich und Vermittlung in religiösen Fragen innerhalb des Fürstentums bemüht, verschiedene liturgische Bräuche der katholischen Kirche erhält und so einen Ausgleich zwischen Rom und Wittenberg schafft – und gleichzeitig den Nutzen von Säkularisation für einen frühmodernen Staat durchaus erkennt. Trotz der konfessionsneutralen Haltung des Kurfürsten handelt Joachim II. nach der Devise „cuius regio, eius religio“ (frei übersetzt: „Wer regiert, bestimmt die Glaubensausrichtung seines Landes“) und macht Brandenburg offiziell zum protestantischen Staat. In seinem öffentlich im Cöllner Dom verlesenen Testament bekennt sich Joachim II. in einem persönlichen Glaubensbekenntnis vor aller Augen 1563 zur lutherischen Lehre.

Quelle: https://www.preussen.de