02. Oktober 1867 in Hechingen

02. Oktober 1867 in Hechingen

Heute vor 154 Jahren

Als das preußische Königspaar Wilhelm I. und Augusta am 2. Oktober 1867 die Landesgrenze zu Hohenzollern überschreitet, haben die umliegenden Gemeinden eine mit Dekoration, Bildern und Sinnsprüchen bedeckte Ehrenpforte zur Begrüßung errichtet. Gemeinde- und Amtsabgeordnete halten Reden und in allen umliegenden Dörfern läuten die Glocken. Dann geht es weiter Richtung Hechingen, von der Burg Hohenzollern ertönen Kanonenschüsse und auf der gerade im Bau stehenden Bahnlinie zwischen Hechingen und Tübingen fahren eine Menge Rollwagen auf und ab, auf denen Fackelträger stehen. „Unzählige, an beiden Seiten der Chaussee aufgestellte Pechfackeln, erleuchteten die Straße“ und „der ganze Tahlgrund [um Hechingen] glich einem Meer von fliegenden, tanzenden und glitzernden Sternschnuppen“, schreibt Graf Stillfried, der königliche Zeremonienmeister.

Auch in der Hechinger Unterstadt befindet sich, als das Königspaar weiterfährt, wieder eine Ehrenpforte sowie 30 ausgewählte „Töchter der Stadt“, die König und Königin empfangen. Die ganze Stadt ist festlich geschmückt und erleuchtet und als es in die Oberstadt geht, erstrahlt der dortige Obertorplatz „in prachtvoll bengalischer Beleuchtung“. Dahinter erhebt sich „in magischem Lichte“ die Burg Hohenzollern. Und sie ist auch der Grund für die Festlichkeiten und den besonderen Empfang des Königspaares. Nach 17 Jahren Bauzeit ist die Burg Hohenzollern vollendet und wird am nächsten Tag eingeweiht werden. Die Fahrt geht weiter zum Schlösschen Lindich, wo die fürstlich hohenzollerische Familie die Ankommenden in ihre vorbereiteten Gemächer geleitet und ein großes Souper, ein Abendessen stattfindet.

Quelle: https://www.preussen.de