03. Mai 1660 in Danzig

03. Mai 1660 in Danzig

Heute vor 361 Jahren

Im Frieden von Oliva erlangt der „Große Kurfürst“ Friedrich Wilhelm von Brandenburg am heutigen Tag volle Souveränität über das Herzogtum Preußen. Schon im „Vertrag von Wehlau“, drei Jahre zuvor geschlossen, hatte sich dies abgezeichnet und es ist nun Aufgabe des Kurfürsten, einen Ausgleich mit den preußischen Ständen zu erreichen, die die Gültigkeit der Verträge, die Kurfürst Friedrich Wilhelm mit Kaiser Leopold I., dem schwedischen König Karl XI. und dem polnischen König Johann II. Kasimir geschlossen hatte, nicht anerkennen wollen. Sie unterbreiten dem Kurfürsten ihre Forderungsliste auf dem Königsberger Landtag von 1661, der sich über ein ganzes Jahr hinzieht. In Königsberg kommt es zu häufigen Protestkundgebungen, auch um den Erhalt städtischer Privilegien zu erreichen. Schließlich marschiert der Große Kurfürst mit 2000 Mann im Oktober 1661 in Königsberg ein und lässt den Anführer des städtischen Widerstandes, den Kaufmann und Schöffenmeister Hieronymus Roth gefangen setzen.

1663 folgt die Huldigung Königsbergs nach traditionellem Muster. Vor dem Königsberger Schloss leisten die Ständevertreter im Rahmen eines großen Festes den Lehnseid gegenüber dem Brandenburgischen Kurfürsten, der im scharlachroten Gewand auf einer Plattform steht, umgeben von Hohen Beamten, die die Insignien seines Amtes tragen: Schwert, Zepter, Herzogshut und Feldherrenstab. Die Ständevertreter schwören, den Bund mit dem neuen Herrn „unter keinen Umständen zu brechen.“ „Dabei knieten sie vor dem Kurfürsten, die linke Hand auf der Brust, die rechte hoch erhoben, mit ausgestrecktem Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Es hieß, der Daumen stehe für Gott Vater, der Zeigefinger für den Sohn und der Mittelfinger für den Heiligen Geist (Christopher Clark). Die beiden verbleibenden, in die Handfläche geneigten Finger, symbolisieren im Übrigen Seele und Leib des Menschen. Nach dem offiziellen, rechtlich verbindlichen Teil öffnen sich die Tore zum Schlosshof, in den die Stadtbevölkerung strömt. Es werden Gedenkmünzen aus Gold und Silber unter das Volk geworfen und aus einem Brunnen in Form des hohenzollerischen Adlers fließt den ganzen Tag Wein. Aus einem Schnabel Rotwein, aus einem anderen Weißwein.

Die Herrschaft des Kurfürsten Friedrich Wilhelm war jedoch mit dieser Huldigung keineswegs vollkommen durchgesetzt. Es wird noch bis in die 1670er Jahre dauern, bis die Preußen die Souveränität und die Finanzverwaltung des Kurfürsten anerkennen. Dann jedoch ist die Macht der Stände gebrochen.

Quelle: https://www.preussen.de