04. April 1814 in Berlin

04. April 1814 in Berlin

Heute vor 207 Jahren

In der wechselvollen Geschichte Deutschlands und Preußens gab und gibt es immer wieder bildhauerische und architektonische Symbole, in denen sich ein gesellschaftlicher Gedanke, ein Zeitgefühl, ein besonderes Ereignis spiegelt und im übertragenen Sinn verdichtet. Sei es der Kölner Dom, das Hermannsdenkmal, die Berliner Siegessäule, die zerbrochene Berliner Mauer oder das Brandenburger Tor mit der Quadriga. Gerade für die Quadriga ist dies besonders deutlich.

Napoleon hatte nach dem Sieg über Preußen die Viktoria samt Wagen und Pferden in 12 Kisten verpackt nach Paris bringen lassen. Nicht einmal die Bitte ihres Erschaffers Schadow hatte ihn davon abbringen können. Nach der Niederlage Napoleons gelang es Generalfeldmarschall von Blücher unter ungeklärten Umständen, die Quadriga ausfindig zu machen. Als Symbol für das stärker werdende deutsche Nationalgefühl wird die Quadriga am heutigen Tag des Jahres 1814 von Paris zurück nach Berlin geschickt. Die „Berlinischen Nachrichten“ schreiben mit großer Zufriedenheit: „Der Siegeswagen ist unterwegs“. Als der Transport mit den 15 Kisten in Düsseldorf preußischen Boden erreicht, wird er zum Triumphzug. Blumen, Girlanden, patriotische Inschriften werden von jubelnden Bürgern angebracht. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen lässt die Quadriga restaurieren und wieder an ihren ursprünglichen Platz stellen. Die Göttin hält nun jedoch statt eines Lorbeerkranzes einen Stab mit einem Eichenkranz, in dessen Mitte das Eiserne Kreuz zu finden ist, darüber ein preußischer Adler mit ausgebreiteten Schwingen. Zusammen mit Generalfeldmarschall Blücher reitet der König unter Glockengeläut als Zeichen des Sieges feierlich unter der zurückgekehrten Quadriga durch das Brandenburger Tor.

Quelle: https://www.preussen.de