05. Januar 1762 in St. Petersburg

05. Januar 1762 in St. Petersburg

Heute vor 260 Jahren

Im Siebenjährigen Krieg kämpfte Preußen gegen eine „große Koalition“, bestehend aus Österreich, Frankreich, Sachsen, Schweden, dem Deutsche Reich und Russland. Als die feindlichen Armeen von allen Seiten nahten, schaffte Friedrich der Große das beinahe Unmögliche: Mit derselben disziplinierten und perfekt funktionierenden, aber vergleichsweise kleinen Armee stellte er sich ein ums andere Mal in zahlenmäßiger Unterlegenheit den einzelnen gegnerischen Armeen. In den Schlachten von Roßbach (1757), Leuthen (1757) und Zorndorf (1758) errang er glänzende Siege und stand nach der Niederlage von Kunersdorf (1759) dennoch vor dem hoffnungslosen Nichts. Die russische und die österreichische Armee hatten in erbittertem Kampf die Oberhand gewonnen und Preußen vernichtend geschlagen. Es folgt ein „hinhaltender Ermattungskrieg“ (Sebastian Haffner). Doch dann ist dem König von Preußen das Schicksal hold.

Am heutigen Tag des Jahres 1762 verstirbt Zarin Elisabeth Petrowna in St. Petersburg. Sie hatte bereits 1757 einen Schlaganfall in aller Öffentlichkeit bei einem Gottesdienst in Zarskoje Selo erlitten, war danach immer wieder krank und lebte zurückgezogen. Ihr Tod im Alter von nur 52 Jahren mischt die Karten neu: Als ihren Nachfolger hatte sie schon früh den Sohn ihrer Schwester Anna Petrowna, Karl Peter Ulrich von Holstein-Gottorp bestimmt, der nun ihr Nachfolger unter dem Namen Peter III. werden würde. Peter III. verehrte Friedrich den Großen seit jeher und schließt unverzüglich Frieden mit seinem Idol – womit die russische Armee urplötzlich die Fronten wechselt.

Peter III. wird zwar noch im selben Jahr ermordet und seine wenig trauernde Witwe und Nachfolgerin Katharina, später „die Große“ genannt, kündigt das Bündnis mit Preußen wieder. Aber beim Frieden bleibt es und vielleicht war das auch das entscheidende Signal an die anderen Koalitionsmächte, diesen harten Krieg zu beenden. Preußen jedenfalls bewahrt die Entwicklung, später als „Mirakel des Hauses Brandenburg“ bezeichnet, vor dem Untergang und so erlebt es den Frieden von Hubertusburg, der den Siebenjährigen Krieg 1763 beendet.

Quelle: https://www.preussen.de/

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