06. Januar 1460 in Preußen

06. Januar 1460 in Preußen

Heute vor 561 Jahren

Zu den preußischen Kroninsignien, verwendet bei der Krönung Friedrichs I. 1701 in Königsberg gehören folgende Gegenstände: Die goldenen Kronkarkassen König Friedrichs I. und seiner Gemahlin Sophie Charlotte; der blau emaillierte, von edelsteinbesetzten Goldstreifen umspannte Reichsapfel sowie das goldene Zepter, auf dessen Spitze ein diamantenbesetzter Preußenadler thront, dessen Leib aus einem großen Rubin besteht – ein Geschenk des Zaren Peter I. an den preußischen König Friedrich I. Bei den preußischen Herrschaftsinsignien, die heute im Kronkabinett von Schloss Charlottenburg aufbewahrt werden, befinden sich auch zwei Schwerter. Zum einen das ursprüngliche preußische Herzogsschwert, das 1540/41 für den ersten weltlichen Herzog von Preußen, Albrecht, in Königsberg herstellt und ab 1701 zum Reichsschwert für Preußen umfunktioniert wurde. Zum anderen ist dort auch, als ältester Gegenstand der Kroninsignien, das Kurschwert zu finden, das Papst Pius II. dem Markgrafen und späteren Kurfürsten Albrecht „Achilles“, unter dem alle hohenzollerischen Besitzungen in einer Hand vereint waren (Fürstentümer Kulmbach, Ansbach, Mark Brandenburg) am heutigen Tag des Jahres 1460 verliehen hat. Der Papst trug vor seiner Wahl den Namen Eneas Silvius Piccolomini (1405-1464) und lebte über zwei Jahrzehnte nördlich der Alpen, vor allem im Dienst des Kaisers Friedrich III. In seinen Schriften widmete er Franken, der Stadt Nürnberg und Albrecht Achilles viel Aufmerksamkeit: In seinem Werk „Europa“ geht er lange auf die Geschichte Frankens ein, in der „Germania“ auf die Stadt Nürnberg („Was könnte irgendwer an dieser Stadt, die in jeder Hinsicht vollkommen ist, vermissen?“) und ganz besonders faszinierte ihn Markgraf Albrecht, dessen Beiname „Achilles“ aus mehreren Hinweisen Piccolominis entstanden ist (Claudia Märtl) und den er mit Lob überhäuft: Er müsse als „Achill der Deutschen“ bezeichnet werden und sei ohne Zweifel den großen Heerführern der Griechen und Römer an die Seite zu stellen und würde sich immer als erster ins Kriegsgetümmel stürzen, oft als erster die Mauern bei einer Belagerung überwinden, sei in vielen Zweikämpfen erfolgreich gewesen. 1460 begrüßt Piccolomini, inzwischen als Papst, den Markgrafen bei einem Fürstenkongress zur Türkenbekämpfung in Mantua. Albrecht „Achilles“ zeigt sich voller Eifer für eine Teilnahme am päpstlichen Kreuzzug. Der Papst ehrt ihn in seiner Ansprache außerordentlich und überreicht ihm das von Simone di Giovanni Ghini wohl 1459 gezogene Schwert, das an Weihnachten desselben Jahres geweiht wurde. Ebenso einen mit Perlen bestickten Hut. Während der Hut verloren ging, wird das Schwert später als Brandenburger Kurschwert verwendet und kann, als Leihgabe des Hauses Hohenzollern, in Schloss Charlottenburg besichtigt werden.

Quelle: https://www.preussen.de/