06. März 1760 in Paris

06. März 1760 in Paris

Heute vor 261 Jahren

Das Land Hohenzollern, bestehend aus den Fürstentümern Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen, fällt 1849 an den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. und bildet eine preußische Exklave, die ab 1871 als „Kaiserstammland Hohenzollern“ mit der neu erbauten Burg Hohenzollern bei Hechingen Bekanntheit erlangt. Die Fürsten von Hohenzollern-Hechingen und –Sigmaringen dankten infolge der Revolutionsereignisse 1848/49 zugunsten des preußischen Königs ab. Dass die beiden kleinen Fürstentümer im südwestdeutschen Raum damals überhaupt noch existierten, ist verwunderlich, zumal Napoleon durch die Säkularisierung und Mediatisierung des Gebietes des heutigen „Baden Württemberg“ eigentlich nur zwei von ihm stark vergrößerte Mächte in diesem Bereich als Verbündete und Rheinbundmitglieder bestehen lassen wollte – Baden und Württemberg. Hohenzollern ist dagegen mit einer Länge von 120 Kilometern, einigen En- und Exklaven und einer Breite von gerade einmal zwischen 1-30 Kilometern doch vergleichsweise klein.

Der Grund für das Verschonen der beiden Fürstentümer von der Mediatisierung liegt in der Intervention der am heutigen Tag in Paris geborenen Prinzessin Amalie-Zephyrine von Salm-Kyrburg begründet. Amalie-Zephyrine heiratet 1782 den späteren Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen, Anton Aloys, wird in Sigmaringen jedoch nicht glücklich und kehrt Hals über Kopf 1785 zu ihrem Bruder nach Paris zurück. Den 10 Wochen alten Stammhalter, Prinz Karl, lässt sie in Sigmaringen zurück. Während der französischen Revolution steht sie in einem engen freundschaftlichen Verhältnis zu Josephine de Beauharnais, der späteren Gemahlin Napoleons.

Auch ins „Directoire“ hat Amalie Zephyrine beste Verbindungen und kann durch ihren direkten Zugang zu Napoleon erreichen, dass die hohenzollerischen Fürstentümer nicht nur von der Mediatisierung verschont bleiben, sondern insbesondere Sigmaringen sogar fühlbar vergrößert wird. Was waren ihre Beweggründe? Der Wunsch nach einer Aussöhnung mit ihrem Sohn, dem späteren Fürsten Karl von Hohenzollern Sigmaringen, der durch seine Heirat mit Antoinette Murat 1808 zu den „Napoleoniden“ gehören wird.

Quelle: https://www.preussen.de