07. Mai 1866 in Berlin

07. Mai 1866 in Berlin

Heute vor 155 Jahren

Im Arbeitszimmer Bismarcks in Friedrichsruh bei Hamburg wird bis heute eine Pistole aus der Hinterlassenschaft des „Eisernen Kanzlers“ aufbewahrt. Der sechsschüssige Bündelrevolver des Typs Lefaucheux gehörte dem Studenten Ferdinand Cohen-Blind, der am heutigen Tag des Jahres 1866 damit ein Attentat auf Bismarck verübt. Der patriotische Student will mit der Tat jenen Mann beseitigen, der seiner Ansicht nach entscheidenden Anteil am bevorstehenden deutsch-deutschen „Bruderkrieg“ hat. Für seinen Mut wird Cohen-Blind später von vielen Menschen, vor allem in Süddeutschland, als Märtyrer verehrt. Er tötet sich selbst wenige Stunden nach seiner Festnahme im Gefängnis. Bismarck bewahrt die Pistole zeitlebens als gutes Zeichen auf. Denn wie durch ein Wunder bleibt er beinahe unverletzt.

Cohen-Blind war mit dem Zug nach Berlin gefahren und passt Otto von Bismarck, der an diesem Morgen vom Vortrag bei König Wilhelm I. kommt und zu Fuß Unter den Linden unterwegs ist, nahe der russischen Botschaft ab. Er feuert von hinten auf den bereits vorbeigegangenen Bismarck zwei Schüsse ab. Dieser dreht sich schnell um und packt Cohen-Blind, der dennoch noch drei weitere Schüsse auf den damaligen preußischen Ministerpräsidenten abgeben kann. Bismarck hat großes Glück, einige der Kugeln streifen ihn nur, aber zwei prallen von seinen Rippen ab. Er erleidet nur Prellungen. Die Feuerkraft der Pistole war zur gering angesichts der dicken Kleidung, die Bismarck wegen einer kurz zuvor überstandenen Erkältung trug. 

Den Krieg zwischen den deutschen Staaten kann Cohen-Blind mit seiner Tat nicht verhindern. Nach dem Sieg bei Königgrätz 1866 schlägt auch die Meinung vieler Deutscher zu Bismarck in Bewunderung um.

Quelle: https://www.preussen.de