08. Januar 1813 in Königsberg

08. Januar 1813 in Königsberg

Heute vor 209 Jahren

General Hans David Ludwig Graf Yorck war es immerhin gelungen, 14 000 seiner ursprünglich 20 000 Soldaten aus dem Russlandfeldzug lebend zurückzubringen. Seine Aufgabe, den Vormarsch der Russen zu stoppen und damit den aufgelösten Rückzug der Grande Armée zu decken, konnte er mit diesem Kontingent nicht erfüllen. Er musste also gegen den aktuellen Befehl seines Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen handeln, der Sorge hatte, im falschen Moment das erzwungene Bündnis mit Frankreich zu brechen. Doch General Yorck blieb keine andere Wahl als in der „Konvention von Tauroggen“ sein kleines Heer für zwei Monate als neutral zu erklären. Yorck wusste, dass ihn diese Befehlsverweigerung sogar das Leben kosten konnte, sah aber keine andere Möglichkeit als den Verrat, der ihn schwer bedrückte. In einem Brief vom 3. Januar 1813 schreibt er an seinen König: „Ew. K. M. [Eure Königliche Majestät] kennen mich wie einen ruhigen, kalten sich in die Politik nicht einmischenden Mann, so lange alles im gewöhnlichen Gang ging (…). Die Zeitumstände haben aber ein ganz anderes Verhältnis herbey geführt (…). Ich erwarte nun sehnsuchtsvoll den Ausspruch Ew. M. ob ich gegen den wirklichen Feind [Frankreich] vorrücke oder ob es die politischen Verhältnisse erheischen, dass Ew. K. M. mich verurtheilen. Beides werde ich mit treuer Hingebung erwarten und ich beschwöre Ew. K. M., dass ich auf dem Sandhaufen [gemeint ist der Hinrichtungsplatz] ebenso ruhig wie auf dem Schlachtfelde, auf dem ich grau geworden bin, die Kugeln erwarten werde.“ Abgesehen von den Loyalitätsbekundungen macht dieser Brief, keine Zugeständnisse an den Standpunkt des Königs, vielmehr stellt Yorck Friedrich Wilhelm III. vor die Wahl, seine Handlungen zu billigen oder ihn wegen Ungehorsams zum Tode zu verurteilen! Zudem nimmt sich Yorck mit dem Verweis auf den „wirklichen Feind“ das Recht heraus, zu entscheiden, wer Freund ist und wer Feind (Christopher Clark). Der König hatte bereits mit den Worten „Da möchte einen ja der Schlag rühren“ auf die Konvention von Tauroggen reagiert, hat seinen eigenmächtigen General dann aber wissen lassen, er möge gemäß der Umstände handeln. 

Am heutigen Tag des Jahres 1813 zieht General Yorck mit seinen Soldaten im ostpreußischen Königsberg ein und wird dort wie ein Volksheld gefeiert – die Königsberger sind bereits von der antifranzösischen Stimmung ergriffen, die dazu beiträgt, im Oktober desselben Jahres bei Leipzig den entscheidenden Sieg über Napoleon herbeizuführen. General Yorck wird danach zum Grafen erhoben.

Quelle: https://www.preussen.de/

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