09. November 1918 im deutschen Reich

09. November 1918 im deutschen Reich

Heute vor 102 Jahren


Kaiser Wilhelm II. war am 29. Oktober ins kaiserliche Hauptquartier im belgischen Spa gereist. Wilhelm befasst sich mit der Abdankung und mir der möglichen Variante, als Deutscher Kaiser abzudanken aber König von Preußen zu bleiben. Die politischen und revolutionären Ereignisse überrollen den Kaiser allerdings. Noch im Begriff, eine Erklärung zu unterschreiben, die den Verzicht auf den Kaiserthron, nicht jedoch auf den preußischen Thron beinhaltet, erreicht ihn die Meldung, Reichskanzler Max von Baden habe, ohne vorherige Rücksprache mit ihm, bereits vor einer Stunde seinen Thronverzicht — für beide Throne — bekannt machen lassen. Zwischenzeitlich habe auch der SPD-Abgeordnete Philipp Scheidemann vom Balkon des Reichstages die Republik ausgerufen. Der Reichskanzler Prinz Max von Baden habe zudem den Sozialdemokraten Friedrich Ebert, den Vorsitzenden der stärksten Reichstagsfraktion, zum Reichskanzler ernannt, ihm die Regierungsgeschäfte übergeben und sei selbst zurückgetreten. Wilhelm II. versucht, nachdem er sich von den Nachrichten etwas erholt hat, unverzüglich nach Deutschland zurückzukehren. Es ist jedoch zu spät, eine sofortige Rückkehr nicht möglich und unsicher. Der Kaiser überquert daraufhin in einem Konvoi von Automobilen am 10. November 1.9.18 die holländische Grenze. Die niederländische Königin Wilhelmina weist die Forderungen der Alliierten, den Kaiser auszuliefern, zurück. Wilhelm II. findet im Landsitz „Huis Doorn eine Zufluchtsstätte, in der er bis zu seinem Tod 1941 lebt.