10. März 1776 in Hannover

10. März 1776 in Hannover

Heute vor 245 Jahren

Am 10. März 1776 erblickt Luise von Mecklenburg-Strelitz im Palais an der Leinestraße in Hannover das Licht der Welt. Sie ist die Tochter von Herzog Karl zu Mecklenburg[-Strelitz] und Friederike, geborene Prinzessin von Hessen-Darmstadt. Luises Mutter verstarb früh im Alter von 29 Jahren im Kindbett, zwei Tage nach einer Geburt. Ihr weiterer Weg führt Luise deshalb schon früh, im Alter von sechs Jahren, nach Darmstadt, wo sie zusammen mit ihren Schwestern Therese und Friederike ihrer Großmutter zur Erziehung anvertraut wird. „Prinzessin George“, wie ihre Großmutter in Anlehnung an ihren verstorbenen Gatten, den Landgrafen von Hessen-Darmstadt genannt wird, ist eine intelligente und resolute alte Dame, die den Prinzessinnen im Alten Palais der Residenzstadt Darmstadt eine unbeschwerte Kindheit ermöglicht. Ihre offene Art beeindruckt später den preußischen König derart, dass er seinem Sohn Friedrich Wilhelm aufträgt, Luise oder ihre Schwester Friederike zur Frau zu wählen. Friedrich Wilhelm III. heiratet Luise. Keine andere preußische Königin wird später so verehrt wie sie. Königin Luise ist eine Art Kultfigur des beginnenden 19. Jahrhunderts. Sie beeindruckt durch ihr Wesen und bewegt die Menschen durch ihren frühen Tod. Dabei ist sie durchaus auch eine Persönlichkeit, die das Dilemma der Rolle der Frau in dieser Zeit verkörpert: Die in den Salons durch Bildung begründete Gleichberechtigung der Frau ließ die Frauen in der Frühromantik eigentlich aus dem Dienst des Mannes heraustreten und auch die Aufopferung für die Kinder stand bei der geistig-poetischen Elite mitunter nicht mehr im Vordergrund.

Parallel dazu existierte aber das bisherige traditionelle Frauenbild. Luise, so war sich etwa Novalis sicher, „hat zwar keinen politischen, aber einen häuslichen Wirkungskreis im großen. Vorzüglich kommt ihr die Erziehung ihres Geschlechts, die Aufsicht über die Kinder des ersten Alters, über die Sitten im Hause zu“. Der Hof soll „großes Muster einer Haushaltung“ sein und Ehe und Familie die Keimzelle des Staates. Luise nimmt diese Rolle an, nur an wenigen Punkten gelingt ihr ein politisches Wirken. 

Nach ihrem frühen Tod 1810 wird sie wegen ihres Vorbildcharakters dann auch schnell zur Legende. Ihr Ehemann, Friedrich Wilhelm III., stiftet an ihrem Geburtstag, drei Jahre nach ihrem Tod, im Jahr 1813 in Breslau, vor dem Beginn der Befreiungskriege gegen Napoleon, das „Eiserne Kreuz“. Die erste militärische Auszeichnung Preußens, die auch an „normale“ Soldaten ohne Blick auf Stand, Herkunft, Dienstgrad und militärischen Rang verliehen wird und nährt damit Luises Mythos in der Bevölkerung.

Quelle: https://www.preussen.de