10. November 1848 in Berlin

10. November 1848 in Berlin

Heute vor 173 Jahren

Am heutigen Tag endet die Revolution in Berlin durch den Einmarsch preußischer Soldaten in die Stadt unter dem Befehl von General Graf Wrangel, den König Friedrich Wilhelm IV. entsendet hatte, die Macht in der Stadt wieder zu übernehmen. Der bei den Berlinern wegen seiner Volkstümlichkeit beliebte Wrangel, der auch „Papa Wrangel“ genannt wird, hat 13 000 Soldaten unter seinem Befehl. Wrangel und der Kommandant der Berliner Bürgerwehr, Major Otto Rimpler, verständigen sich auf einen unblutigen Ablauf der Übergabe, die Bürgerwehr stellt sich ohne Blutvergießen unter den Befehl des Generals und wird zwei Tage später von ihm aufgelöst. 

Wrangel begibt sich am heutigen Tag auch zur Versammlung der Volksvertreter im Schauspielhaus und löst sie persönlich auf, verhängt zuerst den Belagerungszustand und dann das Kriegsrecht über Berlin. Die Abgeordneten der Nationalversammlung rufen zum passiven Widerstand und Steuerstreik auf. Ein letzter verzweifelter Versuch, die Rückkehr zum vorrevolutionären Zustand zu verhindern. Dennoch ist klar, mit dem heutigen Tage endet die Revolution in Preußen, die am 18. März 1848 auf dem Platz vor dem Berliner Schloss ihren Ausgang genommen hatte und in den Maiwahlen eine Nationalversammlung einrichten konnte. Ihr Ziel, gemeinsam mit König Friedrich Wilhelm IV. eine Verfassung für Preußen zu erarbeiten, scheitert. Am 5. Dezember 1848 wird die Nationalversammlung offiziell aufgelöst.

Quelle: https://www.preussen.de