10. Oktober 1806 in Saalfeld

10. Oktober 1806 in Saalfeld

Heute vor 215 Jahren

Der populäre Militärbefehlshaber und Neffe Friedrichs des Großen, Prinz Louis Ferdinand hatte seinen Namen unter eine Denkschrift gesetzt, die König Friedrich Wilhelm III. zum Krieg gegen Napoleon drängte und seine bisherige Vorgehensweise stark kritisierte. Dem Krieg, den er vom König forderte, fiel der militärisch eigentlich durch eine lange Laufbahn in der Preußischen Armee sehr erfahrene Prinz als einer der ersten selbst zum Opfer. Als Kommandeur einer preußischen Vorhut kommt Louis Ferdinand am heutigen Tag bei Saalfeld mit französischen Truppen in Berührung. Der französische Unteroffizier Jean-Baptiste Guindey tötet den Prinzen vermutlich mit einem Säbelhieb an den Hinterkopf. Sein früher Tod – der Prinz war 33 Jahre alt, machten den auch als talentierten Pianisten und Komponisten bekannten Prinzen auf eine tragische Art noch berühmter. Viele Menschen, anscheinend auch viele Frauen der Berliner Salons, in denen der Prinz stets verkehrte, und in denen er auch mit bürgerlichen Denkmuster in Berührung kam, waren über seinen Tod bestürzt.

Ein literarisches Denkmal setzte ihm Theodor Fontane 1857 in einem Gedicht, dessen Anfangsstrophe wie folgt lautet: „Sechs Fuß hoch aufgeschossen, Ein Kriegsgott anzuschaun, Der Liebling der Genossen, Der Abgott schöner Fraun, Blauäugig, blond, verwegen, Und in der jungen Hand, Den alten Preußendegen – Prinz Louis Ferdinand.“ Fontanes Gedicht endet mit den folgenden Versen, die auf die vier Tage nach der Schlacht von Saalfeld folgende Niederlage Preußens bei Jena und Auerstedt und die darauffolgende Besatzungszeit anspielt: „Voraus den andern allen Er stolz zusammenbrach, Prinz Louis war gefallen Und Preußen fiel – ihm nach.“

Quelle: https://www.preussen.de