11. Januar 1752 in Preußen

11. Januar 1752 in Preußen

Heute vor 269 Jahren

Sein Testament zu verfassen, ist als preußischer König eine übliche Handlung. Aber bereits im Alter von 40 Jahren? Friedrich der Große hat dies angesichts drohender Kriege und Schlachten immer wieder getan.

Sein Testament vom heutigen Tag des Jahres 1752 enthält die berühmte Passage über die von ihm gewünschte Vorgehensweise nach seinem Tod: „Ich habe als Philosoph gelebt und will als solcher begraben werden, ohne Pomp, ohne Prunk und ohne die geringsten Zeremonien. Ich will weder geöffnet noch einbalsamiert werden. Sterbe ich in Berlin oder Potsdam, so will ich der eitlen Neugier nicht zur Schau gestellt und am dritten Tag um Mitternacht beigesetzt werden. Man bringe mich beim Schein einer Laterne und ohne, daß mir jemand folgt, nach Sanssouci und bestatte mich dort ganz schlicht auf der Terrasse rechterhand, wenn man hinaufsteigt, in einer Gruft, die ich mir habe errichten lassen. Sterbe ich auf der Reise, so will ich, daß mein Körper an Ort und Stelle beigesetzt und bei Eintritt des ersten Frostes (…) nach Sanssouci geschafft werde.“

Friedrichs Nachfolger, sein Neffe König Friedrich Wilhelm II., befolgt diese letzten Wünsche nicht und lässt den Sarkophag nach dem Tod seines Onkels 1786 in die Garnisonkirche in Potsdam bringen – neben den Sarg des Vaters von Friedrich II., Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., wird er platziert.

Erst 1991 kann Louis Ferdinand Prinz von Preußen die Beisetzung Friedrichs des Großen an der gewünschten Stelle in Sanssouci initiieren und begleiten. Das Testament Friedrichs II. enthält weitere spannende Aspekte und wartet mit sehr detaillierten Zuwendungen auf. Seiner Mutter spricht Friedrich etwa „den großen Brillanten, den ich am Finger trage, 40 der schönsten Orangenbäume von Sanssouci, mein silbernes mit Weinlaub verziertes Tafelgeschirr in Potsdam“ und weitere Gegenstände zu. Bis zu seinem Tode verfasst Friedrich der Große noch acht weitere Testamente.

Quelle: https://www.preussen.de/