12. August 1759 in Preußen

12. August 1759 in Preußen

Heute vor 262 Jahren

In der Schatzkammer der Burg Hohenzollern befindet sich ein besonderes Objekt. Eine ovale, glatte, goldglänzende Tabaksdose in bunten Farbtönen, ganz in der Tradition des 17. Jahrhunderts mit Blumendekor emailliert. Dabei eine 11 Millimeter große Bleikugel. In der Dose, die einmal Friedrich dem Großen gehörte, befindet sich ein handgeschriebener Zettel von 1838 , auf dem unter anderem steht: „Diese Dose rettete dem großen König Friedrich dem Zweiten das Leben in der Schlacht bei Kunersdorf“. In der Tat verhindert die Tabaksdose in der Brusttasche seines Uniformrockes, auf der die Kugel abprallt, dass der König eines zwar ruhmreichen aber frühen Todes hätte sterben können. Am ebenfalls ausgestellten blauen Uniformrock Friedrichs des Großen lässt sich leicht die Einschussstelle finden.

Die Schlacht von Kunersdorf endet für Preußen in einer Katastrophe und lässt den König an Selbstmord denken. Friedrich, der bei Kunersdorf „allzeit vorn“ ist, entgeht nur knapp einer Gefangennahme. Zwei Pferde werden ihm unter dem Leib weggeschossen. „Mein Rock ist von Schüssen durchlöchert“ schreibt er an einen Minister. Die mit 19.000 gefallenen oder verwundeten preußischen Soldaten verlustreichste Schlacht des Siebenjährigen Krieges gegen eine russisch-österreichische Übermacht wirkt sich katastrophal aus. Die Risikobereitschaft und kühne Entschlossenheit des Königs hat in diesem Fall zu einer Unterschätzung des Gegners und Fehleinschätzung des Geländes geführt. Durch die Zögerlichkeit Russlands und Österreichs, nach dem Erfolg bei Kunersdorf die Hauptstadt Preußens anzugreifen und den Krieg so wahrscheinlich zu gewinnen, bekommt Friedrich der Große allerdings die Chance, seine Truppen wieder zu sammeln und zu ergänzen. Er nennt das, in Anlehnung an ein bekanntes Sprichwort um das Haus Habsburg, in einem Brief an seinen Bruder süffisant das „Mirakel des Hauses Brandenburg“.

Quelle: https://www.preussen.de