12. Februar 1804 in Königsberg

12. Februar 1804 in Königsberg

Heute vor 217 Jahren

In Königsberg stirbt am heutigen Tag der bedeutendste Philosoph des Zeitalters der Aufklärung, Immanuel Kant.

Kant hat seine Heimatstadt nur für kurze Perioden verlassen. Nach dem Besuch des Collegium Friedericianum begann er 1740 mit nur 16 Jahren sein Studium an der Universität Königsberg, konnte dieses wegen seiner abgelehnten Abschlussarbeit und dem Tod seiner Eltern – seine Mutter stirbt 1737, sein Vater, ein Sattler und Riemenmeister, 1746 – nicht abschließen, sondern musste sich, um sich selbst und zwei jüngere Geschwister zu versorgen, als Hauslehrer verdingen. Erst 1754 nahm er das Studium an der Königsberger Universität wieder auf und machte den Abschluss ein Jahr danach. Es folgte eine Zeit vieler Veröffentlichungen und eine Tätigkeit als Privatdozent – er lehrte Logik, Metaphysik, Moralphilosophie, Mathematik, Physik, Geografie, später noch Anthropologie, Pädagogik, Naturrecht, natürliche Theologie, gelegentlich auch Festungsbau. Geduldig wartete Kant als Unterbibliothekar der Königlichen Schlossbibliothek auf seine Berufung zum Professor für Logik und Metaphysik, schlug sogar einige lukrative Angebote aus und erhielt die Professur dann schließlich 1770 mit 46 Jahren. Er wurde 1786-88 sogar Rektor der Universität Königsberg und ein Jahr danach in die Königlich Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.

Irgendwann begann Kant auch damit, sich einen streng geregelten Tagesablauf zuzulegen, sodass die Königsberger nach dem 19-Uhr-Spaziergang ihres Philosophen die Uhren stellen konnten. Jeden Morgen ließ er sich um 4.45 Uhr von seinem Hausdiener mit den Worten „Es ist Zeit“ wecken, gestaltete den Tag mit Vorlesungsvorbereitungen, geselligem Mittagessen und Zeiten für Reflexionen bis zur Nachtruhe um 22 Uhr auf die immer gleiche Weise. Vielleicht lag in dieser Regelmäßigkeit auch der Schlüssel für ein langes Leben – Immanuel Kant ist beinahe 80, als er 1804 verstirbt. Kants philosophisches Denken und Haltungen sind in jüngster Zeit aufgrund seiner rassentheoretischen Texte auf den Prüfstand gekommen – auch wenn es sicherlich schwer ist, die komplexe Wirkungsgeschichte seiner Philosophie, die Zeitumstände und sein immenses philosophisches Schaffen gerecht zu beurteilen, ohne der Gefahr zu erliegen, vom Standpunkt des 21. Jahrhunderts aus zu urteilen.

Vielleicht hilft zur abschließenden Beurteilung, nach einer schonungslosen Kritik an seinen früheren diesbezüglichen Schriften, ein Blick in Kants letzte große Schrift „Zum ewigen Frieden“ von 1795, in der er allen Menschen einen gleichberechtigten Status zuerkennt und Kolonialismus und Sklaverei deutlich verurteilt.

Quelle: https://www.preussen.de