12. September 1848 in Preußen

12. September 1848 in Preußen

Heute vor 173 Jahren

Nach den Märzereignissen von 1848 hält sich König Friedrich Wilhelm IV. zunehmend im nahegelegenen Potsdam auf. Auch die Zahl der Militärangehörigen in der Stadt wächst. Viele Soldaten sind mit dem Ideengut der Revolution in Berührung gekommen und fordern mehr Rechte, mehr Bezahlung und eine bessere Behandlung durch ihre Offiziere. Unter ein diesbezügliches Schreiben an den Abgeordneten Stein setzen einige hundert Soldaten ihren Namen. Einen Tag später werden eine Handvoll Unterzeichner in Arrest genommen und rund 100 weitere Soldaten einer Kompanie, die besonders viele Unterschriften geleistet hatte, zur Strafe zum Biwakieren unter freiem Himmel ohne Feuer verdonnert.

Das lässt am heutigen Tag den Tumult größer werden und viele Soldaten marschieren zusammen mit Zivilisten zum Militär-Arresthaus, um ihre gefangenen Kameraden gewaltsam zu befreien. Preußische Elitetruppen schlagen jedoch den Aufstand schnell nieder. Die Hoffnung vieler radikaler Revolutionäre, dass nun „das Heer erwacht“ und sich gegen den König wendet, erfüllt sich nicht, der Potsdamer „revolutionäre Aufstand“, wie es etwas übertrieben hieß, bleibt ohne weitere Folgen, wiewohl es natürlich für die militärische Führung ein bedrohlicher Vorgang blieb.

Quelle: https://www.preussen.de