13. März 1781 in Neuruppin

13. März 1781 in Neuruppin

Heute vor 240 Jahren

Vielen gilt er als der größte deutsche Architekt. Er prägt mit seinen Bauten wie kein anderer Berlin und Potsdam, ist stilbildend für das 19. Jahrhundert. Am heutigen Tag wird im preußischen Neuruppin Karl Friedrich Schinkel geboren. Nach dem frühen Verlust seines Vaters infolge des Brandes seiner Heimatstadt, siedelt Schinkel mit seiner Mutter nach Berlin über, besucht das Gymnasium zum Grauen Kloster. Schinkel interessiert sich schon früh für Kunst, besucht viele Ausstellungen und lernt bei einer Akademieausstellung 1796 den Architekten Friedrich Gilly kennen, dessen Schüler er wird. Nach dem Tod Gillys kann er teilweise dessen Projekte weiterführen.

Schinkel begibt sich 1803 auf eine Reise nach Italien und Frankreich, entwirft als Bühnenbildner etwa auch die Kulisse für „Die Zauberflöte“ und steigt schnell auf: Das Kronprinzenpaar Friedrich Wilhelm und Luise wird auf ihn aufmerksam. Er soll das Schlafgemach im Kronprinzenpalais neu gestalten und wird bald zum Innenarchitekten des preußischen Königshauses, dann Oberbaurat, Professor der Bauakademie schließlich Oberbaudirektor und ab 1839 Oberlandesbaudirektor. Seine architektonischen Meisterwerke prägen das Herz Preußens – er entwirft die Neue Wache (1816), den Neubau des 1817 abgebrannten Schauspielhauses am Gendarmenmarkt (1818-21), das Alte Museum (1824-28), Schloss Klein-Glienicke (1824-1837), die Potsdamer Nikolaikirche (1830-35), die Friedrichswerdersche Kirche, die Berliner Bauakademie (1832-1836) und viele mehr. Er hilft auch entscheidend beim Weiterbau des Kölner Doms. Schinkel prägt die folgende Architektengeneration, beeinflusst die Baugeschichte eines ganzen Jahrhunderts, nicht nur in Klassizismus und Historismus, und begründet die staatliche Denkmalpflege in Preußen. Dabei verkörpert Schinkel immer das gewissenhafte Idealbild des preußischen Beamten.

Die ständige Belastung durch seine vielfältigen Tätigkeiten und Ämter bringen dem unermüdlich Schaffenden ab Mitte der 1820er Jahre aber zunehmend gesundheitliche Probleme ein. Schinkel helfen auch längere Kuraufenthalte nicht, schließlich erleidet er im Alter von 59 Jahren einen Zusammenbruch und höchstwahrscheinlich einen Schlaganfall. Von da an ist er ans Bett gefesselt und ein Jahr später im Oktober 1841. Seine Ideen, Schriften und Formenlehre leben fort. Karl Friedrich Schinkels Bedeutung lässt sich in der gelungenen Symbiose von antiken Baustilen, mittelalterlichen und frühindustriellen Architekturvorstellungen greifen. Er verbindet Neues mit Altem, Kunst und repräsentativen Glanz, Natur mit Stadt und Funktionalität mit Ornamentik. So ist Bettina von Arnims Bezeichnung Schinkels als „enthusiastischem Weltverschönerer“ mehr als gerechtfertigt.

Quelle: https://www.preussen.de