13. Mai 1710 in Berlin

13. Mai 1710 in Berlin

Heute vor 311 Jahren

„Es soll das Haus die Charité heißen“ schrieb der preußische König Friedrich Wilhelm I. in einer Randbemerkung zu seiner Kabinettsorder, betreffend die Umwandlung des Lazaretts vor dem Spandowschen Tor in Berlin in ein Bürgerhospital. Am heutigen Tag, beinahe 17 Jahre zuvor, war es sein Vater, König Friedrich I., gewesen, der angesichts der sich ausbreitenden Pest in Osteuropa ein Quarantänehaus bzw. „Lazareth-Haus“ außerhalb der Stadt errichten ließ. Die Krankheit verschonte Preußen weitgehend und so wurde das für Pestkranke gedachte zweigeschossige Gebäude zunächst als Armen- und Spinnhaus sowie als Garnisonslazarett verwendet, in dem dann auch Militärärzte ausgebildet wurden.
König Friedrich Wilhelm I. machte seinen Leibarzt, Johann Theodor Eller, zum ersten Direktor und ließ den Gebäudekomplex durch ein Küchengebäude, ein Back- und ein Brauhaus erweitern, um die Versorgung sicherzustellen. Das „Königliche Charité-Krankenhaus“ – Charité bedeutet Barmherzigkeit – hatte demnach mehrere Funktionen. Die Ausbildung der Armeechirurgen, die Aufgabe eines städtischen Versorgungskrankenhauses sowie Hospiz für die Armen in der Gesellschaft zu sein.
Zwischen 1785-1800 erfolgte ein Neubau und eine Reformierung der Abläufe und Bedingungen. Die heutige „Charité – Universitätsmedizin Berlin“ ist durch seine über 300 Jahre zurückreichende Geschichte das älteste Krankenhaus Berlins und mit über 3000 Betten eine der größten Universitätskliniken Europas.

Quelle: https://www.preussen.de