14. Juli 1861 in Berlin

14. Juli 1861 in Berlin

Heute vor 160 Jahren

„Das Motiv, weshalb ich Se. Maj. den König von Preußen erschießen werde, ist, daß derselbe die Einigkeit Deutschlands nicht herbeiführen kann (…)“. Der Attentäter Oskar Becker, Leipziger Student, trägt sein Bekennerschreiben gleich bei sich. Soeben hat er aus einem doppelläufigen Terzerol zwei Schüsse auf König Wilhelm von Preußen abgegeben, nachdem er den König und seinen Gesandten kurz zuvor gegrüßt und dann passieren hatte lassen. Eine der beiden Kugeln verfehlte den König, die andere verursachte ihm nur eine Quetschung am Hals, die sich schnell als ungefährlich herausstellen sollte.

Der Gesandte Flemming sorgt für die umgehende Festnahme Beckers, der von einem Schwurgericht später zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt wird, jedoch 1866, nach Fürsprache des Königs, aus der Haft entlassen wird. Becker erlebt die Einigung Deutschlands 1871 nicht mehr, er stirbt bereits 1868. Für den späteren Kaiser Wilhelm I. sollten nach diesem Attentat in Baden-Baden, wo er sich zur Kur befand und einen Morgenspaziergang unternahm, noch drei weitere folgen. Bei dem Attentat 1878 wurde der Kaiser schwer verletzt und überlebte nur knapp.

Quelle: https://www.preussen.de