15. August 1688 in Cölln

15. August 1688 in Cölln

Heute vor 333 Jahren

Wie bei keinem anderen preußischen König differieren die Urteile, die über seine Person gefällt werden stark und sind in ihren Extremen kaum vereinbar. Die Spannweite „reicht vom despotischen Autokraten und unberechenbaren Haustyrannen mit cholerisch aufbrausendem Temperament (…), vom Drillmeister und Nur-Militär sowie vom sparsam-rechenhaften Ökonomen (…) über zahlreiche Zwischenstufen bis hin zum verantwortungsbewussten, stark religiös, womöglich pietistisch geprägten Landesvater, zum erfolgreichen Heeres-, Finanz-, Wirtschafts- und Verwaltungsreformer, sogar bis zum „größten inneren König“ Preußens und zum Schöpfer des „Preußischen“ schlechthin.“ (Peter Baumgart). Die Rede ist selbstverständlich von König Friedrich Wilhelm I., der am heutigen Tag in Cölln geboren wird. Er ist der ersehnte Thronfolger von Kurfürst Friedrich III. und seiner Gemahlin Sophie Charlotte, von kräftiger Konstitution, impulsiv, trotzig. Die ihn umgebende Welt des barocken höfischen Glanzes und der Regierungsstil seines Vaters sind ihm schon früh suspekt und er entwickelt eine tiefe Abneigung gegen Maß- und Zügellosigkeit sowie gegen strenges höfisches Zeremoniell. Friedrich Wilhelm führt bereits in jungen Jahren ständig Buch über seine Einnahmen und Ausgaben. Mit seinem Regierungsantritt 1713 wird der inzwischen 24-jährige den Staat Preußen nach seinen Vorstellungen umstrukturieren und neu interpretieren.

Quelle: https://www.preussen.de