16. Januar 1864 in Kopenhagen

16. Januar 1864 in Kopenhagen

Heute vor 158 Jahren

Das Ultimatum ist auf 48 Stunden befristet. Preußen und Österreich fordern darin den dänischen König ultimativ auf, das Herzogtum Schleswig zu räumen und die November-Verfassung zurückzunehmen. Dänemark reagiert ablehnend und macht die beiden größten deutschen Staaten zu Verbündeten, auch wenn sie nur mühsam den gegenseitigen Antagonismus verbergen können. Preußen hatte in der Person von Otto von Bismarck den von Österreich initiierten deutschen Fürstentag in Frankfurt am Main durch seine Nichtteilnahme obsolet werden lassen und so den preußisch-österreichischen Gegensatz in der deutschen Frage öffentlich zur Schau gestellt. Nun also waren sie Verbündete in einem Krieg gegen Dänemark und nur auf den ersten Blick erscheint dies ungewöhnlich. Im Grunde mussten beide Mächte den Affront des dänischen Königs zurückweisen, der Schleswig annektiert hatte: Schleswig und Holstein an Deutschland anzuschließen war seit jeher eine der Hauptforderungen des deutschen Nationalismus gewesen und beide deutschen Großmächte konnten nicht zulassen, dass die jeweils andere Macht sich um diese Angelegenheit alleine kümmern würde. 

Als Unterzeichner des Londoner Protokolls von 1848 mussten sie auf diese Provokation reagieren – zunächst mit dem Ultimatum des heutigen Tages und dann mit dem achtmonatigen Krieg gegen Dänemark, bei dem sich die durch die Heeresreform erneuerte preußische Armee auf den „Düppeler Schanzen“ gegen einen unterlegenen Gegner beweisen konnte. Die größere Herausforderung war wohl, das Eingreifen der weiteren europäischen Mächte, wie England, zu verhindern, was Bismarck aber gelang. Über den so entstandenen „Zankapfel“ (Sebastian Haffner) – Österreich verwaltet Holstein, Preußen Schleswig – konnte Bismarck es dann jederzeit zum Krieg zwischen Preußen und Österreich kommen lassen…

Quelle: https://www.preussen.de/

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