16. Juli 1819 in Hechingen

16. Juli 1819 in Hechingen

Heute vor 202 Jahren

Auf dem Weg von Baden-Baden nach München lässt Kronprinz Friedrich Wilhelm am 16. Juli 1819 einen Halt im schwäbischen Hechingen vornehmen, um die malerische Ruine der Burg Hohenzollern zu besuchen – die Stammburg seiner Familie. Die Mitte des 15. Jahrhunderts errichtete Burg zeigt sich in einem bedauerlichen Zustand. Eingestürzte, von Efeu bewachsene Mauern, nur noch der Mittelteil des Zeughauses in einigermaßen originalen Zustand, aber mit löchrigen Böden, einem im Fundament beschädigten alles überragenden bergfriedartigen Turm, offenen Toren und einem stark in Mitleidenschaft gezogenen Torturm, der nicht einmal mehr ein Dach hat. Lediglich die Kapelle aus dem Jahre 1461 erscheint in einigermaßen gutem Zustand. Trotz der Baufälligkeit ist Friedrich Wilhelm, ab 1840 König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, fasziniert von diesem Ort und schreibt später über diesen Tag: „Die Erinnerung vom Jahre [18]19 ist mir ungemein lieblich und wie ein schöner Traum, zumal der Sonnenuntergang, den wir von einer der Schloßbastionen aus sahen (…). Nun ist ein Jugendtraum–Wunsch den Hohenzollern wieder bewohnbar gemacht zu sehen.“

König Friedrich Wilhelm IV. wird dieses Bauwerk nicht mehr loslassen. Er lässt die Burg nach seinen Vorstellungen, zusammen mit den Fürsten von Hohenzollern-Hechingen und -Sigmaringen, ab 1850 neu erbauen. Leider erlebt der König die Fertigstellung seines „königlichen Traumes“ nicht mehr – er stirbt 1861, sechs Jahre vor der Vollendung des beeindruckenden Bauwerks.

Quelle: https://www.preussen.de