16. März 1888 in Berlin

16. März 1888 in Berlin

Heute vor 133 Jahren

Die Beisetzung Kaiser Wilhelms I. am heutigen Tag des Jahres 1888 entwickelt sich zu einer Massenveranstaltung. 200 000 Menschen und Vertreter vieler Länder sind trotz klirrender Kälte gekommen, um dem Kaiser das letzte Geleit zu geben.

Vier Tage lang war der Kaiser in preußischer Uniform und mit den preußischen Kroninsignien im Berliner Dom aufgebahrt gewesen. Am Tag der Beisetzung schließen alle staatlichen und städtischen Behörden, viele Unternehmen, Banken und Geschäfte. Bei der Überführung des Sarges vom Berliner Dom, in dem die Trauerfeier stattgefunden hat, über die Straße Unter den Linden durch das mit brennenden Feuerschalen und Trauerflor versehene Brandenburger Tor und schließlich ins Charlottenburger Mausoleum sind allerdings nicht alle Wegbegleiter und Familienmitglieder des Kaisers anwesend. Kaiserin Augusta, an den Rollstuhl gefesselt, kann ebenso wenig teilnehmen wie Otto von Bismarck und Helmuth Moltke, die sich der Kälte aufgrund ihres angegriffenen Gesundheitszustandes nicht aussetzen können. Auch der Sohn und Nachfolger Kaiser Wilhelms I., Friedrich III., durch seine Kehlkopfkrebserkrankung bereits nicht mehr in der Lage zu sprechen, verfolgt das Geschehen notgedrungen vom Fenster des Charlottenburger Schlosses.

So folgt dem Sarg der Enkel Kaiser Wilhelms I., der spätere Kaiser Wilhelm II., auf dem die Hoffnungen seines verstorbenen Großvaters ruhen.

Quelle: https://www.preussen.de