17. April 1893 in Sigmaringen

17. April 1893 in Sigmaringen

Heute vor 128 Jahren

Erhaben thront das Schloss von Sigmaringen auf einem Weißjurafelsen über der Donau. Der imposante Bau mit seiner 1000-jährigen Geschichte ist seit 1535 im Besitz der Grafen und späteren Fürsten von Hohenzollern und präsentiert sich noch immer in seiner imposanten mittelalterlichen Baugestalt. Im Inneren aber atmet eher der Geist des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Der Grund hierfür ist der Brand des Ostflügels am heutigen Tag des Jahres 1893. Das Schloss hatte schon zuvor mit Brandkatastrophen zu kämpfen gehabt. Schon 1535 kam es zu einem Brand, der wohl seinen Ausgang im Badhaus hatte. Einen weiteren Brand gab es 1539 und wieder 1633 als schwedische Reiter im Kampf mit kaiserlichen Truppen Feuer legten. Und nun wieder im Jahr 1893.

Am Abend des heutigen Tages erhält der gerade zur Kur in Italien weilende Fürst Leopold von Hohenzollern ein fatales Telegramm: „Schloss brennt!“ Bei der Verlegung neuer elektrischer Leitungen hinter die Papiertapeten hatte sich im Ostflügel durch einen Schwelbrand, wohl durch heruntergetropftes Lötzinn, das Feuer entzündet. Trotz eines Großaufgebots von Feuerwehrmännern, die von überall hereilten, aus Sigmaringen, Laiz, Inzigkofen, Jungnau, Krauchenwies, Bingen, Hitzkofen, Sigmaringendorf, Mengen, Scheer und Riedlingen, brannte das Schloss drei Tage lang, ehe alle Brandherde gelöscht werden konnten. Besonders unglücklich war die Verzögerung beim Beginn der Löscharbeiten, da die Gewinde der fürstlichen Schlosshydranten und -schläuche mit den städtischen (württembergischen) nicht übereinstimmten. Zwei Jahre wurde der Schutt entfernt, bevor die Rekonstruktion der abgebrannten Schlossteile unter Hofbaurat Johannes de Pay beginnen konnte. Einer der renommiertesten Architekten aus München, Immanuel von Seidl, wurde beauftragt, die Residenz in Komfort und Baugestalt dem Zeitgeschmack anzupassen und eine Verbindung von Neogotik, Neorenaissance, mittelalterlicher Bausubstanz und dem sorgfältig ausgeführten Dekor der Münchner Schule zu erreichen. Die Arbeiten dauerten bis 1906.

Und so ist Schloss Sigmaringen nach seiner Erneuerung bis heute immer einen Besuch wert!   

Quelle: https://www.preussen.de