17. November 1869 am Suez-Kanal

17. November 1869 am Suez-Kanal

Heute vor 152 Jahren

Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen ist am heutigen Tag auf dem fünften Schiff des aus ungefähr 120 Schiffen bestehenden Konvois, der den Suez-Kanal eröffnet. Seine Yacht „Grille“ braucht für die damals 164 Kilometer lange Strecke vom Mittelmeer bis zum Roten Meer ungefähr 7 Stunden – was aber dem Umstand geschuldet ist, dass die vorausfahrenden österreichischen Schiffe immer wieder auf Sand laufen, sehr zur Freude der Schiffsgäste des preußischen Kronprinzen, hatten sich die österreichischen Schiffe doch entgegen der Absprachen bei der Abfahrt vorgedrängelt. Der neue ägyptische Schifffahrtskanal erspart der Schifffahrt zwischen Nordatlantik und Indischem Ozean den beschwerlichen und langen Weg um Afrika herum.

Erbauer ist der Franzose Ferdinand Maria Vicomte de Lesseps. Auftraggeber ist der Khedive Ismail Pascha, der 6000 Personen zum dreitägigen Fest eingeladen hat, unter anderem die französische Kaiserin, Kaiser Franz Joseph von Österreich-Ungarn und eben den preußischen Kronprinzen Friedrich, der in seinem Tagebuch vermerkt: „Wir befinden uns nunmehr auf dem neuesten Wunderwerk unseres Zeitalters, weihen den Sueskanal ein und fühlen, daß wir Zeugen eines Ereignisses sind, das für den Weltverkehr von ganz außerordentlicher Bedeutung sein wird, und den Beweis liefert, was menschliche Einsicht, Ausdauer und Willenskraft vermögen.“ Der Kronprinz zeigt sich fasziniert von dem orientalischen Zauber des Festes und der Wüstenlandschaft „weil hier stets eine eigentümliche rosige Beleuchtung herrscht, die zu allen Tageszeiten, ja selbst in der Dunkelheit, einen unbeschreiblich lebendigen Schimmer besitzt.“ Das Eröffnungsfest des Kanals kostet den Khediven 20 Millionen Francs, der Kanal selbst 488 Millionen Francs. Noch heute passieren jährlich um die 20 000 Schiffe den zwischenzeitlich erweiterten Kanal.

Quelle: https://www.preussen.de