17. Oktober 1906 in Berlin

17. Oktober 1906 in Berlin

Heute vor 115 Jahren

2500 Mark Belohnung setzt der Regierungspräsident von Potsdam am 17.10.1906 auf die Ergreifung des „Hauptmanns von Köpenick“ aus. Der arbeits- und obdachlose Schuster Wilhelm Voigt, bereits vielfach vorbestraft, hatte tags zuvor bei einem Berliner Trödler eine gebrauchte Hauptmannsuniform gekauft und heute spontan das Kommando über zwei Abteilungen Wachsoldaten, denen er zufällig begegnet, übernommen. Er lässt „seine“ Soldaten mit dem Zug in den Berliner Vorort Köpenick fahren, dort das Rathaus besetzen, führende Beamte und den Bürgermeister verhaften und sich die mit 3557,45 Mark gefüllte Kasse der Stadt Köpenick aushändigen, deren Erhalt er nach dem Empfang quittiert, bevor er spurlos verschwindet. Als er nach 10 Tagen verhaftet wird, ist die Sensation perfekt – allein die Uniform hatte für Respekt und Gehorsam gesorgt, ganz egal wer sie trägt!

Quelle: https://www.preussen.de