18. August 1896 in Preußen

18. August 1896 in Preußen

Heute vor 125 Jahren

Seit der Reichsgründung 1871 hatte sich angesichts der Zersplitterung der privatrechtlichen Regelungen in Deutschland die Notwendigkeit einer einheitlichen Kodifikation des Privatrechts immer deutlicher abgezeichnet. Die Uneinheitlichkeit lässt sich z.B. daran erkennen, dass in Preußen das „Preußische Allgemeine Landrecht“ von 1794 weiter galt, in Bayern aber etwa der „Codex Maximilianus Bavaricus Civilis“ von 1756.

Nach intensiven öffentlichen Debatten sowie der Arbeit von zwei Juristenkommissionen, die innerhalb von 23 Jahren drei Entwürfe fertigten, wird der dritte Entwurf schließlich am heutigen Tag des Jahres 1896 im Reichstag beschlossen, von Kaiser Wilhelm II. unterschrieben und eine Woche später verkündet. Das BGB ist die erste Kodifikation, die Gültigkeit für das gesamte Reichsgebiet besitzt. Es tritt am 1. Januar 1900 in Kraft. Nach dem 2. Weltkrieg gilt es in der BRD weiterhin, wurde selbstverständlich punktuell ergänzt oder verändert – zuletzt 2002 in einer Neubekanntmachung.

Quelle: https://www.preussen.de