18. Mai 1848 in Frankfurt

18. Mai 1848 in Frankfurt

Heute vor 173 Jahren

Die deutschen Fürsten hatten nach den Märztagen des Jahres 1848, als sich in vielen Staaten, auch in Preußen, die revolutionären Ereignisse überschlugen, freie Wahlen für das erste deutsche Parlament genehmigt. Es galt für die Revolutionäre, die stürmischen Errungenschaften in wirkliche und nachhaltige Veränderungen umzusetzen – und sie wussten, es blieb ihnen wenig Zeit für eine deutsche Verfassung. Auch der preußische König Friedrich Wilhelm IV. hatte angekündigt „Preußen geht fortan in Deutschland auf“ und seine Nachgiebigkeit hatte Berlin vor weiteren Kämpfen bewahrt. Mit erstaunlicher Schnelle trieben die deutschen Revolutionäre ihre Idee von einem Nationalstaat voran.

Noch am 31. März trat das Vorparlament zusammen und beschloss die Bildung einer konstituierenden Nationalversammlung. Als Sitzungsort wurde die Paulskirche in Frankfurt bestimmt. Nach vier Tagen löste sich das Vorparlament am 3. April auf, gab in allen deutschen Staaten die Delegierten-Wahlen in Auftrag und ordnete die erste Sitzung der Nationalversammlung für den 1. Mai 1848 an. Der Termin nach nur vier Wochen konnte jedoch nicht gehalten werden, denn die Anreise nach Frankfurt brauchte ebenso ihre Zeit wie die Vorbereitung der Beratungen.

Schließlich ziehen die Abgeordneten am heutigen 18. Mai durch ein Spalier von Menschen unter schwarz-rot-goldenen Fahnen in die Paulskirche ein. Die Stadt ist geschmückt, alle Glocken läuten. Die Stimmung in der Paulskirche ist würdevoll, zuversichtlich und dennoch spürt wohl jeder der 830 Abgeordneten, dass die Nationalversammlung eine gewaltige Aufgabe vor sich hat und das Zeitfenster für ihre Bewältigung nur kurz sein würde.

Quelle: https://www.preussen.de