18. September 1814 in Wien

18. September 1814 in Wien

Heute vor 207 Jahren

In Wien beginnt am heutigen Tag 1814 der „Wiener Kongress“, der eine neue, tragfähige Architektur der Staatenwelt Europas schaffen und die napoleonische Ära rückabwickeln soll, über dessen Folgen Historiker aber bis heute diskutieren. Mit zwei Kaisern, sechs Königen, fast 100 anwesenden Fürsten und unzähligen Diplomaten, Militärs und Gesellschaftsdamen beginnt das fünfmonatige Ereignis, bei dem gleichzeitig verhandelt und gefeiert wird.

Der „Tanz um die Macht“ wird von preußischer Seite entscheidend von Staatskanzler Karl August von Hardenberg begleitet. Hardenberg ist erfahren, weithin geachtet, sichert in zähen, langwierigen Verhandlungen mit den anderen Großmächten seinem König Gebietszuwächse. Vor allem im Bereich Polen – gegen die Interessen Russlands. Vornehmliches Ziel ist es, Preußens Großmachtstatus wiederherzustellen, was auch gelingt – aber auch auf Kosten eines gesamtdeutschen Nationalstaates. So richtig bewegen sich die Großmächte erst, als Napoleon aus dem Exil auf Elba zurückkehrt und auf einmal die alte Bedrohung wieder da ist. Bei Waterloo endet Napoleons Herrschaft dann endgültig. Auch der Wiener Kongress wird beendet und ist bis heute ein ergiebiges Forschungsfeld. Hinter der glanzvollen Fassade birgt das wichtigste gesellschaftliche Großereignis seiner Zeit nämlich viele Krisen, Intrigen, pikante Liebschaften und diplomatische Verwerfungen, die bis zu Kriegsdrohungen gingen.

Quelle: https://www.preussen.de