19. Oktober 1813 in Leipzig

19. Oktober 1813 in Leipzig

Heute vor 208 Jahren

Am 16. Oktober hatte Napoleon vorschnell die Glocken Leipzigs zu seinem vermeintlichen Sieg läuten lassen. Zwei Tage später war die Völkerschlacht von Leipzig entschieden. Von drei Seiten rückten die preußischen, russischen und österreichischen Truppen auf die Stadt vor und ließen den Resten der einstmals mächtigsten Armee Europas nur noch den Ausweg nach Westen. Nur eine einzige Brücke über die Elster bot den Ausweg. Der Brückenkommandant befahl viel zu früh die Sprengung der Brücke, um den Rückzug zu sichern. Mindestens ein Drittel von Napoleons Armee war noch immer in der chaotischen, Stadt, die nach schweren Straßenkämpfen wie ein Schlachtfeld aussah. Panik bricht unter den französischen Soldaten aus. Überall sind Tote und Verwundete aller Armeen in den Straßen, die nicht versorgt werden können.

Am Mittag des heutigen Tages ziehen König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, Zar Alexander I. und Fürst Schwarzenberg in die Stadt ein. Napoleon, der Leipzig frühzeitig verlassen hatte, wird zunächst nicht verfolgt. Die Allianz zwischen Preußen, England, Russland und Österreich „zur Wahrung des Gleichgewichts in Europa“ wird im Vertrag von Chaumont im März des Jahres 1814 geschlossen – Ende März rücken die Verbündeten dann in Paris ein. Frankreich erhält einen milden Frieden, nachdem mit Ludwig XVIII. der rechtmäßige Erbe der Bourbonen als König eingesetzt wurde. Napoleon hatte zwischenzeitlich versucht, die Verhandlungen so lange zu verschleppen, bis er sich militärisch erholt haben würde. Eine bedingungslose Unterwerfung lag ihm fern. Die Allianz erwies sich als großzügig: Er durfte seinen Titel „Kaiser“ behalten, allerdings nur als souveräner Herrscher über die 224 km² große Mittelmeerinsel Elba.

Quelle: https://www.preussen.de