20. August 1695 in Burg Hohenzollern

20. August 1695 in Burg Hohenzollern

Heute vor 326 Jahren

Die mittelalterliche Burg Hohenzollern, bereits die zweite Burg auf dem Zollerberg, wirkte seit jeher imposant. 350 Meter über dem Tal gelegen, hufeisenförmig, gedrungen, umgeben von einem sternförmigen Kranz aus Basteien und vier mächtigen, im Halbrund hervorspringenden Türmen, erweckte die Burg, die lange als uneinnehmbar galt, das strategische Interesse Österreichs, dessen süddeutsche Landesteile in nächster Nähe begannen. Mit den in stetigen finanziellen Schwierigkeiten lebenden Fürsten von Hohenzollern-Hechingen schloss das Haus Habsburg deshalb 1667 einen Vertrag, in dem gegen regelmäßige Unterhaltsgelder ein „Öffnungsrecht“ mit dem Anspruch einer ständigen Besatzung zugesichert wurde. Dieses Recht, die Burg Hohenzollern als Militärstandort zu nutzen, wird am heutigen Tag im Jahr 1695 erneuert.

Die österreichische Besatzung ist nicht sehr groß. Für das Jahr 1732 wird berichtet, sie bestünde aus 25 Mann, die größtenteils ihre Frauen dabeihaben und insgesamt auch 44 Kinder. Leider beschränkt sich die Instandhaltung der Burg auch auf das Nötigste. Wegen des zunehmenden Verfalls der Burg wohnen Offiziere und ein Großteil der Besatzung 1767 bereits am Fuß des Berges in der Stadt Hechingen. 1771 wird der Besatzungsvertrag von österreichischer Seite dann aufgekündigt und die Burgbesatzung auf den „Aussterbe-Etat“ gebracht – d.h., ausgeschiedene oder verstorbene Soldaten werden nicht mehr durch neue ersetzt. So trägt die österreichische Besatzung über 100 Jahre dazu bei, dass sich die Burg Hohenzollern zu Beginn des 19. Jahrhunderts in ruinösem Zustand befindet. 1850-1867 erfolgt dann unter König Friedrich Wilhelm IV. der Wiederaufbau.

Quelle: https://www.preussen.de