20. September 1792 in Valmy

20. September 1792 in Valmy

Heute vor 229 Jahren

Die Verluste auf beiden Seiten sind an diesem regnerischen und nebligen Tag gering. Der lehmige Boden ermöglicht keine verheerenden Rollschüsse durch die Kanonen, obwohl etwas gewagt berichtet wird, es seien sogar 40 000 Kanonenschüsse abgegeben worden. Die „Kanonade von Valmy“ endet unentschieden. Von französischer Seite wird das Zögern der preußischen Armee unter Generalfeldmarschall Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig dennoch als grandioser Erfolg und später, unter Napoleon, als Anfangsmythos für den Siegeszug durch Europa verklärt. Einen Tag später wird der König von Frankreich endgültig als abgesetzt erklärt und die Republik ausgerufen. Eine kaum geschulte Armee aus Veteranen und Freiwilligen war, mit der Wut über das „Manifest des Herzogs von Braunschweig“ im Bauch, in dem mit der Zerstörung von Paris gedroht wurde, vor der bestens organisierten und trainierten preußischen Armee nicht zurückgewichen.

Der preußische König Friedrich Wilhelm II., der persönlich zugegen ist, wird bei Valmy unsicher, ob er den geplanten triumphalen Einzug in Paris und die „Befreiung“ und Wiedereinsetzung des französischen Königs Louis XVI. mit einem nur 35 000 Mann starken Heer im Sturm versuchen soll – auch angesichts der Entschlossenheit der zusammengewürfelten französischen Einheiten. Das Zurückweichen Preußens vor den auf einer Anhöhe stehenden französischen Truppen läutet gleichzeitig eine dunkle Zeit im Zyklus der Französischen Revolution ein: Die Herrschaft der radikalen Jakobiner unter Robespierre – „la Grande Terreur“.

Quelle: https://www.preussen.de