21. September 1893 in Berlin

21. September 1893 in Berlin

Heute vor 128 Jahren

„Alle Gestalten des ‚Biberpelz‘ habe ich in Erkner kennengelernt“ sagt Gerhart Hauptmann über seine am heutigen Tag im Deutschen Theater Berlin uraufgeführte „Diebskomödie“, die seitdem zum festen Bestandteil der deutschen Theaterwelt wurde, vielleicht sogar zu den beim Publikum beliebtesten Stücken zählt. Erkner ist eine Kleinstadt in der Nähe Berlins, direkt am Spreeufer. Hauptmann lebte dort zwischen 1885-1889.

Im Stück geht es um die in proletarischen Verhältnissen lebende Wäscherin Mutter Wolffen, die sich und ihre Familie, trotz Schulden, zu versorgen weiß und gerne Geschäfte mit dem Spreeschiffer Wulkow betreibt, der ihr etwa einen gewilderten Rehbock abkauft oder auch viel Geld für einen Biberpelz hinlegen würde. Familie Wolff nimmt es mit der Gesetzestreue nicht so genau. Der Rentier Krüger, bei dem die Tochter der Wolffens angestellt ist, besitzt zufälliger Weise einen solchen Biberpelz sowie viel ungeschichtetes Brennholz, womit die Geschichte ihren Lauf nimmt. Amtsvorsteher von Wehrhahn möchte von der Anzeige Krügers, ob des gestohlenen Pelzes und Holzes wenig wissen, trachtet eher danach, den Literaten und Sozialdemokraten Dr. Fleischer, in dem er einen gefährlichen Staatsfeind erkannt haben will, wegen Majestätsbeleidigung verhaften zu lassen. Am Ende obsiegt Frau Wolffen und die Vertreter von Landjunkertum und Bürokratie werden karikiert.

Quelle: https://www.preussen.de