23. August 1871 in Burg Hohenzollern

23. August 1871 in Burg Hohenzollern

Heute vor genau 150 Jahren

Am 7. Dezember 1849 hatten die Fürsten Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen und Friedrich Wilhelm Konstantin von Hohenzollern-Hechingen zu Gunsten des preußischen Königs abgedankt. Zu tief saß der Schock über die revolutionären Ereignisse in Hechingen und Sigmaringen im Jahr 1848. König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen wollte das Land Hohenzollern aber nicht einfach durch einen administrativen Vorgang zu einem Teil Preußens werden lassen – getreu seinem Herrschaftsverständnis ließ er für den heutigen Tag eine „Erbhuldigung“ auf der Ruine des Stammschlosses seiner Vorfahren, der Burg Hohenzollern, aufwändig vorbereiten.

Die Huldigung der hohenzollerischen Landstände findet im Burghof statt. Der König sitzt unter einem Baldachin bei der großen Linde im Burghof. Er ist selbst zu Pferde den Berg hinauf geritten. 300 Gäste, die hohenzollerischen Standesherren, Hof- und Staatsbeamte, Vertreter der Geistlichkeit Hohenzollerns und 380 Zollerarbeiter, verantwortlich für den Wiederaufbau der ruinösen Stammburg in den folgenden Jahren, sind zugegen. Nach der Huldigungs-Zeremonie mit Treuegelöbnis durch Handschlag werden 101 Kanonenschüsse abgefeuert, die Glocken des einzigen noch intakten Teils der Burg, der katholischen St. Michaelskapelle, läuten und ein großes Fest für die 300 namentlich geladenen Abgesandten der hohenzollerischen Städte und Gemeinden findet im Burghof statt. Am Abend wird von der Burgruine herab ein festliches Feuerwerk gezündet.

Quelle: https://www.preussen.de