23. Dezember 1788 in Berlin

23. Dezember 1788 in Berlin

Heute vor 233 Jahren

Am heutigen Tag wird auf Anraten einiger Universitätsprofessoren in Preußen als erstem deutschen Staat eingeführt, was bis heute in Deutschland Bestand hat – das Abitur! Den Professoren reichte das Vorwissen vieler Studenten nicht, sie empfahlen dem Staat, schon vor dem Zugang zur Universität eine Prüfung einzubauen. So schrieb etwa der Kanzler der Universität Halle 1787: „(…) dass sich unter den jungen Leuten, welche die Universität besuchen, beständig eine nicht geringe Anzahl von Subjekten befindet, die nicht allein in den gelehrten Sprachen, sondern auch in den übrigen noch wichtigeren Kenntnissen, die sie von der Schule mitbringen sollten, so unwissend sind, dass ihre Unwissenheit bald Mitleid, bald Widerwillen erregen muss“. Der preußische Kultusminister Karl Abraham von Zedlitz folgt der Empfehlung der Professoren und setzt mit der Einführung des Abiturs auf das Leistungsprinzip. Nicht mehr nur die finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten der Eltern entscheiden über die Chance auf ein Studium, sondern die Reifeprüfung. In der Verordnung heißt es: „Es ist daher beschlossen worden, dass künftig alle von öffentlichen Schulen zur Universität abgehenden Jünglinge schon vorher auf der von ihnen besuchten Schule öffentlich geprüft werden (…) und nachher ein detailliertes Zeugnis über ihre bei der Prüfung befundene Reife oder Unreife zur Universität erhalten sollten.“ Gegen die Verordnung regt sich schnell Widerstand. Es dauert bis zur völligen Durchsetzung der Abiturordnung noch bis 1834, weil man das Abitur mitunter durch eine Eingangsprüfung an Universitäten noch umgehen kann. Danach jedoch nicht mehr.

Frauen können in Preußen ihr Abitur erst ab dem Jahr 1908 ablegen.

Quelle: https://www.preussen.de/

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