24. August 1873 in Berlin

24. August 1873 in Berlin

Heute vor 148 Jahren

Berlin, 24. August 1873, im Kladderadatsch, dem „humoristisch-satrischen Wochenblatt“ erscheint ein Vermerk zu Heinrich Schliemanns Forschungs-Erfolgen: „Herr Heinrich Schliemann hat, wie wir hören, seine Nachforschungen jetzt auch auf den Platz des ehemaligen griechischen Lagers vor Troja ausgedehnt. Und auch hier hat die göttliche Vorsehung seine Arbeiten bereits mit Erfolg gekrönt. Aus der reichen Menge aufgefundener Gegenstände heben wir nachstehende als für den Laien besonders interessant hervor: 1. Eine Wagendeichsel mit danebenliegender Peitsche, offenbar von dem Wagen herstammend, dessen Athene sich so oft zu ihren Fahrten ins griechische Lager bediente. 2. Eine Schachtel ägyptischer Streichhölzer, gekrönt auf der internationalen Ausstellung zu Memphis, 1400 v. Chr., mit denen Achilles den Scheiterhaufen des Patroclus anzündete.(…)“

Der Vermerk in der Satirezeitschrift zeigt deutlich, dass die Einordnung der Forschungsergebnisse des Kaufmanns und Archäologen Heinrich Schliemann, die in Troja (sollte es die gefundene Stadt sein) erreicht wurden, schon damals im preußischen Berlin kritisch gesehen wurden. Seine Erklärung, Troja gefunden zu haben, wurde sehr skeptisch gesehen, wie auch seine anfänglichen Grabungstechniken, bei denen er die Siedungsschichten des Hügels Hisarlik zerstörte. Schliemanns internationaler Durchbruch erfolgte nach der Entdeckung eines riesigen Depotfundes, den er selbst als den „Schatz des Priamos“ identifizierte, dennoch.

Quelle: https://www.preussen.de