24. Februar 1473 in Cölln

24. Februar 1473 in Cölln

Heute vor 548 Jahren

Stets standen die Herrscher des Mittelalters vor dem Dilemma, einerseits ihren Nachkommen ein gerechtes Erbe zu hinterlassen und gleichzeitig das eigene Herrschaftsgebiet nicht durch Teilungen zu schwächen und immer mehr zu zersplittern. Mitunter legten Hausgesetze, an die sich auch nachfolgende Generationen hielten, das Vorgehen fest. Das hohenzollerische Hausgesetz von Kurfürst Albrecht Achilles etwa, das am heutigen Tag des Jahres 1473 festgeschrieben wird, teilt den Besitz unter drei Söhnen auf. Der älteste Sohn Johann Cicero würde die Mark Brandenburg erhalten. Dies nimmt Bezug auf die „Goldene Bulle“ von 1356 in der eine Unteilbarkeit von Kurfürstentümern verlangt wird. Zwischen den beiden jüngeren Söhnen Friedrich und Siegmund soll das Los entscheiden, wer das fränkische Ansbach und wer das fränkische Kulmbach (Bayreuth) erhalten wird. Etwaige weitere Söhne sollen eine geistliche Laufbahn einschlagen, für die Töchter wird eine Aussteuer in Geldmitteln verfügt.

Albrecht Achilles legt in dieser sogenannten „Dispositio Achillea“ in Cölln demnach die weitere Unteilbarkeit der Mark Brandenburg sowie die Primogenitur fest, d.h. dass immer der älteste Sohn als Nachfolger und Haupterbe eingesetzt werden muss. Ergebnis ist auch eine dauernde Loslösung des hohenzollerischen Frankens vom hohenzollerischen Brandenburg und die getrennte Entwicklung der Linien. Die nachkommenden Generationen behandeln die Dispositio Achillea nicht als begrenzt gültige Regelung der Erbfolge von Albrecht Achilles, sondern als gültiges Hausgesetz und so kann eine Teilung der Mark Brandenburg stets vermieden werden, was deutlich dem Machterhalt dient.

Quelle: https://www.preussen.de