24. Januar 1712 in Berlin

24. Januar 1712 in Berlin

Heute vor 309 Jahren

Übergroßer Dreispitz, Ordensstern vom Schwarzen Adler auf blauem Uniformrock, Krückstock und Windhunde sind seine „Markenzeichen“. Aus der Reihe der preußischen Könige ist er der berühmteste. Friedrich II., „der Große“, oder wie er im Volksmund mit zunehmendem Alter genannt wurde, der „alte Fritz“, wird am heutigen Tag des Jahres 1712, einem Sonntag, im 2. Stock des Berliner Stadtschlosses als eines von 14 Kindern des späteren preußischen Königspaares Friedrich Wilhelm I. und Sophie Dorothea geboren. Sein Vater, so heißt es, sei außer sich gewesen vor Freude. Nicht verwunderlich, vier der Geschwister Friedrichs starben bereits im Kindesalter, auch seine beiden älteren Brüder in den Jahren 1708 und 1711. Die Taufe des Neugeborenen findet bereits acht Tage nach der Geburt statt – am Nachmittag des 31. Januar 1712. In der Schlosskapelle tauft ihn Bischof Ursinus auf den Namen Friedrich. Der neugeborene Prinz hat eine kleine Krone auf dem Kopf, trägt ein mit Silberstücken und Diamanten besetztes Taufkleid. Seine ersten Lebensjahre verbringt der junge Prinz gemeinsam mit seiner Schwester Wilhelmine in der Obhut der aus Frankreich stammenden Gouvernante Marthe de Roucoulle, die ihn schon frühzeitig mit der französischen Sprache und Kultur vertraut macht. Im Alter von 7 Jahren beginnt Friedrichs von seinem Vater minutiös geplante Ausbildung.

König Friedrich Wilhelm I. versucht, den Kronprinzen zu seinem Abbild zu formen, plant den Tagesablauf seines Sohnes auf die Minute genau. Schon als Kind soll Friedrich dem Militärischen nahegebracht werden. Eine freie Entwicklung ist nicht vorgesehen. Der Tag beginnt für den Prinzen täglich um 6 Uhr, ohne sich „nochmals umzuwenden“ muss er „hurtig und sogleich aufstehen“. Dann folgt unverzüglich das Morgengebet, ein Gottesdienst, um 7 Uhr beginnt der tägliche Unterricht. Für das Frühstück stehen Friedrich 7 Minuten zur Verfügung. Der Kronprinz beginnt früh, sich innerlich von seinem Vater zu distanzieren. Von der „Hofkultur“ Friedrich Wilhelms I. mit Tabakkollegium, Jagden und deftigen Speisen hält er wenig, musiziert stattdessen gerne und liest Abenteuerromane, was ihm eigentlich verboten ist.

Quelle: https://www.preussen.de