24. November 1414 in Tangermünde

24. November 1414 in Tangermünde

Heute vor 607 Jahren

Im brandenburgischen Tangermünde wird am heutigen Tag der später als dritter brandenburgischer Kurfürst fungierende Albrecht Achilles geboren – einer der bedeutsamsten Herrscher des 15. Jahrhunderts. Den Beinamen „Achilles“ erhält er vom Papst persönlich und tatsächlich ist Albrechts glänzende, kräftige, von vielen Narben aus unterschiedlichsten Kriegszügen bedeckte Erscheinung passend dafür. Albrecht ist jedoch mehr als ein erfolgreicher Kriegsherr, etwa gegen die Stadt Nürnberg oder Bayern. Er ist ein weitsichtiger, gut vernetzter, intelligenter Diplomat und Politiker. Ein päpstlicher Legat nennt ihn einmal „vulpes Germaniae“, einen „deutschen Fuchs“. Auf einer Pilgerfahrt nach Jerusalem wird Albrecht Achilles nach durchwachter Nacht in der Grabeskirche 1435 zum Ritter geschlagen. Er herrscht ab 1437 als Markgraf in Franken, regiert Ansbach, später Bayreuth und Kulmbach. Auch wirtschaftlich handelt er umsichtig – bindet zwar den Adel seines Herrschaftsgebietes mit glänzenden Festen und Turnieren an sich, lebt persönlich aber sparsam und hinterlässt am Ende seines Lebens ein Vermögen von 400 000 Talern.

Ab 1470, nach dem Verzicht seines Bruders Friedrich II., wird Albrecht mit der Mark Brandenburg belehnt, für die er 1473 in der „Dispositio Achillea“ die Unteilbarkeit festlegt. Brandenburg gewinnt unter ihm an „organisatorischer Geschlossenheit und innerem Zusammenhalt“ (Wolfgang Neugebauer), wiewohl es zunächst gilt, die wirtschaftlich damals schwache Mark mit fränkischen Mitteln zu unterstützen. Albrecht ernennt seinen Sohn Johann zum Statthalter in Brandenburg und unterstützt ihn tatkräftig. Ein Merkmal der Herrschaft von Albrecht Achilles ist auch die stetige Kaisernähe. Er ist treuer Gefolgsmann des Kaisers und konzentriert sich auf die Reichspolitik (Dieter J. Weiß). Albrechts bewegtes Leben endet 1486. Er stirbt während des Reichstages in Frankfurt am Main, dessen Strapazen er, obwohl bereits schwer krank, auf sich nimmt. Albrecht Achilles wird in der Klosterkirche von Heilsbronn beigesetzt.

Quelle: https://www.preussen.de