24. Oktober 1648 in Osnabrück

24. Oktober 1648 in Osnabrück

Heute vor 373 Jahren

„(…) Die Türme stehn in Glut / die Kirch ist umgekehret. Das Rathauß ligt im Grauß / die Starcken sind zerhaun / Die Jungfern sind geschänd’t / und wo wir hin nur schaun Ist Feuer / Pest / und Tod / der Hertz und Geist durchfähret.“ (…) Kein anderer Lyriker der Barockzeit hat den Dreißigjährigen Krieg so eindringlich beschrieben, wie der im schlesischen Glogau geborene Andreas Gryphius in seinem apokalyptischen Gedicht „Tränen des Vaterlandes“. Die Bevölkerung Brandenburgs erlitt in den Kriegsjahren seit 1618 genau das, was Gryphius beschreibt – Anarchie, Armut, Elend, Gesetzlosigkeit, Furcht und Tod. Als Durchmarsch- und Kriegsgebiet, zerrieben zwischen kaiserlichen, schwedischen und dänischen Truppen, erleidet Brandenburg eine Katastrophe. Kurfürst Georg Wilhelm musste mehrfach die Bündnisse wechseln und klammerte sich dazwischen verzweifelt an den Versuch, Neutralität zu bewahren.

Der Krieg war eine Zäsur für Brandenburg, die Bevölkerung so erschöpft, dass nach all den Besatzungen, Brandschatzungen und Epidemien kaum noch kulturelles Erbe und Traditionen übrigblieben. Die Hälfte der Menschen in Brandenburg fanden den Tod. Besonders schlimm war es in den Durchzugsgebieten an der Elbe, etwa in den Städten Brandenburg und Frankfurt an der Oder, wo zwei Drittel der Menschen starben. Manche Städte waren komplett menschenleer. Erst in der Regierungszeit des Nachfolgers von Georg Wilhelm, dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, gelingt in Europa der Friedensschluss, der am heutigen Tag des Jahres 1648 in Osnabrück besiegelt wird.

Quelle: https://www.preussen.de