26. Dezember 1805 in Berlin

26. Dezember 1805 in Berlin

Heute vor 215 Jahren

Was schenkt man einem König zu Weihnachten? Wer vor dieser Frage stand, war sich bestimmt niemals sicher, ob das gewählte Geschenk tatsächlich wahrgenommen werden würde. Der berühmte Naturforscher und Forschungsreisende Alexander von Humboldt versah sein außergewöhnliches Geschenk zur Vorsicht mit einem erläuternden Brief, bevor er es am heutigen Tag König Friedrich Wilhelm III. von Preußen überreicht, kurz nach seiner Rückkehr von einer Amerika-Reise: „Aller Durchlauchtigster, Großmächtigster, Aller Gnädigster König und Herr, Ew. Königlichen Majestät wage ich anliegende Reste der Hieroglyphen-Schrift Mexikanischer Urvölker allerunterthänigst zu Füßen zu legen. Der Codex (…) ist 14 Fuß lang. (…) In Europa gibt es nur vier ähnliche Hieroglyphen-Gemälde (…). Ein glücklicher Zufall hat gewollt, daß ich diese Monumente alter Kultur der Menschheit während meines Aufenthalts im Königreich Neu Spanien käuflich an mich bringen konnte. (…) Ich würde mich glücklich schätzen, wenn Ew. Königliche Majestät diese Reste des Alterthums werth hielten, Ihre Bibliothek zu Berlin zu zieren (…) Ew. Majestät, allerunterhänigst gehorsamster – Alexander von Humboldt – Berlin, den 26. Dezember 1805. Tatsächlich wird die seltene mexikanische Hieroglyphen-Handschrift in die Königliche Bibliothek aufgenommen und befindet sich bis heute in der Staatsbibliothek Berlin (Humboldt Codices). Der König scheint mit dem besonderen Geschenk außerordentlich zufrieden gewesen zu sein – Alexander von Humboldt, so lässt er auf der ersten Briefseite vermerken, „ist für diese neue höchstinteressante Bereicherung der Königlichen Bibilothèque verbindlichst zu danken“.

Quelle: https://www.preussen.de/