27. Dezember 1901 in Berlin-Schöneberg

27. Dezember 1901 in Berlin-Schöneberg

Heute vor 119 Jahren

In der Sedanstraße 53 in Berlin-Schöneberg erblickt am heutigen Tag ein Weltstar das Licht der Welt. Der Vater des neugeborenen Mädchens mit dem Namen Marie ist königlicher Polizeileutnant, die Mutter die Tochter eines Berliner Juweliers. Das Mädchen wächst somit in einem gutbürgerlichen Elternhaus auf der Roten Insel auf. Marie und ihre ältere Schwester Elisabeth bekommen eine sorgfältige musikalische Ausbildung mit Geigen- und Klavierunterricht, lernen aber auch Französisch und Englisch und werden gut erzogen. Im Frühjahr 1907 wird Marie in der Nürnberger Straße eingeschult. Allerdings stirbt der Vater im Jahr darauf und die Mutter Wilhelmine heiratet den Offizier Edouard von Losch, der aber nicht mehr aus dem Krieg heimkehrt.
Ab April 1917 besucht Marie die Victoria-Luisen-Schule, verlässt diese aber ohne Abitur 1918 und beginnt eine Ausbildung zur Konzertgeigerin. Nach dem Abbruch eines Studiums an der Berliner Hochschule für Musik wegen einer Sehnenentzündung 1921, schließt sie sich einer Gruppe junger Frauen an, die in Varietés auftreten, spricht schließlich 1922 beim Deutschen Theater mit dem Gretchen-Gebet aus Goethes Faust vor – und zwar unter dem Namen Marlene Dietrich. Sie erhält eine Rolle in Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“, hat diverse kleinere Rollen am Theater. 1923 folgt der Kontakt zu einem Filmregisseur und schnell gibt sie ihr Leinwanddebüt in „So sind die Männer“ und startet eine einzigartige Karriere, wird zur Stilikone und zum absoluten Weltstar wie kaum eine andere deutschsprachige Künstlerin des 20. Jahrhunderts!
Der Durchbruch als Kinostar gelingt ihr mit der Rolle der Lola Lola in „Der blaue Engel“ 1930. Filmangebote der Nationalsozialisten lehnt sie immer wieder entschieden ab, dreht stattdessen in den USA und nimmt 1939 auch die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Als internationaler Showstar ist sie bis 1975 allgegenwärtig, lebt danach aber zurückgezogen in Paris, veröffentlicht 1987 ihre Memoiren mit dem Titel „Ich bin, Gott sei Dank, Berlinerin“. Marie Magdalene Dietrich stirbt am 6. Mai 1992 in Paris und wird in Berlin-Friedenau beigesetzt.

Quelle: https://www.preussen.de/