27. März 1907 in Berlin

27. März 1907 in Berlin

Heute vor 114 Jahren

Der Kaufmann Adolf Jandorf besaß zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Berlin bereits sechs Warenhäuser für den normalen Bedarf der Berliner Bevölkerung. Doch die Konsumwünsche des wilhelminischen Berlins wurden zunehmend exquisiter. Er wagte deshalb die Eröffnung eines Kaufhauses, das die gehobenen Konsumwünsche befriedigen konnte.

Die Planungen begannen 1905, der Architekt Johann Emil Schaudt entwarf ein neoklassizistisches Gebäude aus Eisenbeton mit rund 24 000 Quadratmetern Verkaufsfläche an der Tauentzienstraße/Wittenbergplatz in Berlin-Schöneberg. Dieser boomende Teil der Stadt wurde gerne als „Neuer Westen“ bezeichnet und war verkehrstechnisch gut vernetzt. Jandorf nannte das Warenhaus deshalb „Kaufhaus des Westens“. Und da er ohnehin das Vorbild der amerikanischen Warenhäuser mit vielen kleinen Abteilungen vor Augen hatte, nutzte er die dort übliche Abkürzung von Firmennamen. Das „KaDeWe“ wird am heutigen Tag eröffnet. In den Tageszeitungen erscheinen ganzseitige Bildinserate und das Kaufhaus wird bald eine der gefragtesten Adressen Berlins.

Die neueste Pariser Mode, exotische Lebensmittel aus der ganzen Welt und erlesene Weine gab es hier zu kaufen. In den 1920er Jahren kam die „Feinschmeckeretage“, die berühmte Feinkostabteilung, wegen der Etagenzahl auch „Die Sechste“ genannt, hinzu. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Gebäude ab, wurde aber wiedererrichtet, wechselte mehrfach den Mutterkonzern und ist bis heute wohl das bekannteste Kaufhaus Deutschlands in direkter Anbindung an den Kurfürstendamm und einer Verkaufsfläche von über 60 000 Quadratmetern.

Quelle: https://www.preussen.de