27. Mai 1903 in Berlin

27. Mai 1903 in Berlin

Heute vor 118 Jahren

In Berlin gründen am heutigen Tag die beiden führenden Elektronikkonzerne des Deutschen Reichs Siemens & Halske und AEG ein Gemeinschaftsunternehmen zu gleichen Teilen, die „Gesellschaft für drahtlose Telegraphie m.b.H., System Telefunken“. Vorangegangen war ein Streit um die Patente zur drahtlosen Nachrichtenübermittlung zwischen den beiden Konzernen, den Kaiser Wilhelm II. schlichten konnte. „Da habe ich schließlich den Siemens und den Rathenau von der AEG so lange mit den Köpfen zusammengestoßen, bis sie sich vertragen haben!“ soll Kaiser Wilhelm II. nach der Einigung gesagt haben.

Beide Konzerne hatten eigene Labore für die Erforschung der Funken-Telegrafie eingerichtet und für unterschiedliche Auftraggeber, die Kaiserliche Marine (AEG) bzw. das Deutsche Heer (Siemens & Halske), geforscht. Als Telegrammadresse der neu gegründeten Gesellschaft wird „Telefunken“ beim Kaiserlichen Patentamt eingetragen. Das Zeitalter der Funk- und Nachrichtentechnik beginnt mit dieser Fusionierung der Kenntnisse und Forschungsbemühungen der beiden führenden Unternehmen. Obwohl in Deutschland, Italien und den USA viel Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Telekommunikationstechnik betrieben wird, dauert die Entwicklung der Funktechnik an.

Die deutsche Funkindustrie hält sich, vor allem im Ersten Weltkrieg, nur aufgrund von Aufträgen des Militärs über Wasser. Erst 1923 beginnt die Zeit des Unterhaltungsrundfunks mit dem Start des ersten Radiosenders in Deutschland.

Quelle: https://www.preussen.de