28. März 1849 in Frankfurt

28. März 1849 in Frankfurt

Heute vor 172 Jahren

Die Frankfurter Paulskirchenversammlung hatte seit dem Mai 1848 ein Fülle grundlegender Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen. Das erste frei gewählte Parlament Deutschlands musste nicht nur das künftige Wahlrecht festlegen, eine Verfassung entwerfen und den Grundrechtekatalog auf den Weg bringen – nein, auch territoriale Fragen stellten sich: Wie war die Schleswig-Holstein-Frage mit Dänemark zu lösen und vor allem, sollte der zu gründende Nationalstaat mit oder ohne Österreich-Ungarn auf den Weg gebracht werden? Wollte man die „großdeutsche Lösung“, würden viele Bevölkerungsgruppen in den deutschen Staat aufgenommen werden, die eigentlich auf ihr eigenes Recht auf Gründung eines Nationalstaates pochten. Schließlich entschieden sich die Abgeordneten des Parlaments in der Paulskirche für die „kleindeutsche Lösung“ ohne Österreich-Ungarn. Damit war von den beiden größten Mächten nur noch Preußen Teil des geplanten Staates.

In der Verfassungsdebatte war die Stellung Preußens im künftigen Staatenverbund zu klären, wie auch der Grad der demokratischen Ausprägung der Verfassung, die Frage nach Wahlkaisertum oder erblichem Kaisertum, der Umfang der Befugnisse der Zentralgewalt und schließlich, wie das Verhältnis von Parlament und Krone austariert werden sollte. Über diese Fragen bestand alles andere als Einigkeit im Parlament. Schließlich erreichen die Abgeordneten das beinahe Unmögliche und verabschieden am heutigen Tag die Verfassung. Schon davor war den Abgeordneten jedoch klar, dass sie einen Kaiser wählen mussten, dafür nur der preußische König Friedrich Wilhelm IV. in Frage kommen würde und es mehr als fraglich sein würde, ob Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone annehmen würde. Doch was sollte man in Frankfurt tun? Wenn man den Weg nach Berlin nicht wagte, konnte man die Revolution und den Nationalstaat auch gleich für beendet erklären. Die Abgeordneten beschließen deshalb auf ihrer heutigen Sitzung, was alternativlos war. Sie wählen den preußischen König zum „Kaiser der Deutschen“ und entsenden danach eine Deputation unter Leitung des Präsidenten der Nationalversammlung in der Paulskirche, Eduard Simson, nach Berlin.

Simson überbringt Anfang April im königlichen Schloss von Berlin den Beschluss, „den erwählten Kaiser (…) ehrfurchtsvoll einzuladen, die auf Ihn gefallene Wahl auf Grundlage der Verfassung annehmen zu wollen“. König Friedrich Wilhelm IV. ist sich jedoch sicher, dass er die angebotene Kaiserkrone wenn dann nur aus den Händen der deutschen Fürsten annehmen wird. Er lehnt die Krone ab und besiegelt damit frühzeitig das Ende der Revolutionsbewegung.

Quelle: https://www.preussen.de