28. September 1717 in Preußen

28. September 1717 in Preußen

Heute vor 304 Jahren

„Wir vernehmen mißfällig (…), daß die Eltern, absonderlich auf dem Land, in Schickung ihrer Kinder zur Schule sich sehr saeumig erzeigen, und dadurch die arme Jugend in grosse Unwissenheit, so wohl was das lesen, schreiben und rechnen betrifft (…) auffwachsen lassen.“ So beginnt das Schuledikt des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. – am 28. September 1717 ist es nämlich schließlich (oder vielmehr endlich!) soweit: In Preußen wird die allgemeine Schulpflicht für Kinder eingeführt. Preußen ist neben Württemberg der erste größere deutsche Staat, der dies umsetzt. König Friedrich Wilhelm I. erhofft sich, dass Schulbildung zur richtigen Erziehung beitragen könne. Am Anfang mangelt es zwar noch an Lehrern: Handwerker, Tagelöhner, ehemalige Soldaten wurden herangezogen – aber unter seinem Nachfolger Friedrich dem Großen gibt es bereits einen festen Lehrplan, der von ausgebildeten Lehrern den Kindern vermittelt wird.

Das von König Friedrich Wilhelm I. erlassene Edikt wird zum Meilenstein bei der Einführung der allgemeinen Schulpflicht im Bereich des heutigen Deutschlands. Anfangs weigern sich aber offensichtlich viele Bauern. Sonst wäre folgende Passage des Edikts sicher nicht nötig gewesen : „(…) darinnen allergnaedigst und ernstlich zu verordnen, daß hinkuenftig an denen Orten wo Schulen seyn, die Eltern bey nachdruecklicher Straffe gehalten seyn sollen Ihre Kinder (…) im Winter taeglich und im Sommer wann die Eltern die Kinder bey ihrer Wirtschafft benoetigt seyn, zum wenigsten ein oder zweymal die Woche, damit sie dasjenige, was im Winter erlernet worden, nicht gaentzlich vergessen moegen, in die Schul zu schicken.“

Quelle: https://www.preussen.de