29. Mai 1762 in Preußen

29. Mai 1762 in Preußen

Heute vor 259 Jahren

Die Medaillenkunst des 17. und 18. Jahrhunderts sucht, was die Stempelschneidekunst anbelangt, ihresgleichen. Medaillen dienten als Erinnerungsstücke, Träger politischer Botschaften, als Sammelobjekt, persönliches Herrschergeschenk oder auch wie im vorliegenden Fall, als Ausdruck eines allgemeinen patriotischen Gefühls.

Viele der damaligen Prägungen erzielen heute bei Auktionen Höchstpreise, auch jene aus Brandenburg-Preußen. Die hier thematisierte Medaille erinnert an den „Frieden von Hamburg“, den Preußen am 29. Mai 1762 ratifizierte. Dadurch wurde der Vertrag zwischen Preußen und Schweden in Kraft gesetzt und der freie Handel zu Wasser und zu Land zwischen den beiden Staaten wieder freigegeben. Kurz zuvor hatte Friedrich II. auch mit Russland Frieden geschlossen, was sich begünstigend auf diesen Vertragsabschluss auswirkte. Sicher wirkte auch die Tatsache, dass die schwedische Königin Luise Ulrike die Schwester Friedrichs war und als Vermittlerin ihren Einfluss in die Waagschale werfen konnte. Mit den beiden Friedensschlüssen rückte das Ende des Dritten Schlesischen Krieges in greifbare Nähe – 1763 war es dann schließlich so weit, als der Frieden von Hubertusburg geschlossen wurde.

Doch was macht die Silbermedaille zum Ereignis von 1762 so besonders? Es ist die Verbindung von bildlicher und schriftlicher Darstellung im Zusammenhang mit ihrer Form: Auf dem Avers befindet sich der Spruch „GOTT LOB / DER KRIEG / HAT NVN / EIN“ und gleich darunter befindet sich eine bildsprachliche Ergänzung der Devise in Form eines durchgebohrten Lochs in einer Kriegstrommel. Der Krieg hat nun ein Loch, er hat ein Ende. Auf dem Revers ergänzt der Stempelschneider „HERR MACHE GANTZ UND FEST DEN FRIED AN ALLEN ORTEN“ und eine Hand aus Wolken lässt Blumen und Früchte in einen Korb fallen. Insofern drückt diese bemerkenswerte Medaille vor allem ein Gefühl aus – Erleichterung über das Ende eines langen Krieges.

Quelle: https://www.preussen.de