30. Januar 1781 in der Champagne

30. Januar 1781 in der Champagne

Heute vor 241 Jahren

„Ich bin ein Franzose in Deutschland und Deutscher in Frankreich, Katholik bei den Protestanten, Protestant bei den Katholiken, Jakobiner bei den Aristokraten und bei den Demokraten ein Adliger, ich bin nirgends am Platze, ich bin überall fremd.“ Diese Worte stammen von Adelbert von Chamisso, dem berühmten Weltreisenden, Naturforscher und Botaniker, der am heutigen Tag auf Schloss Boncourt bei Ante in der Champagne geboren wird.

Damals noch unter dem Namen Charles Adélaïde de Chamissot de Boncourt. Vor der französischen Revolution müssen er und seine Familie durch halb Europa fliehen. Das Schloss Boncourt, über das Charles sein wohl bedeutendstes Gedicht in deutscher Sprache schreiben wird, versinkt in Schutt und Asche. Auf ihrer Suche nach einer neuen Heimat kommt die Familie schließlich nach Berlin, wo der junge Charles auf das „Französische Gymnasium“ geht und bald im Haushalt von Königin Friederike Louise als Page eine Anstellung findet. Etwas später tritt er in die preußische Armee ein, hält sich in Berliner Schriftstellerkreisen auf, veröffentlicht mit dem „Nordsternbund“ einen Musenalmanach und nennt sich Adelbert von Chamisso.

1814 gelingt ihm mit „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ eine der beeindruckendsten Erzählungen der Romantik. Peter Schlemihls verlorener Schatten kann in diesem Werk auf vielfältige Weise gedeutet werden – auch als Symbol für den Verlust der französischen Heimat. Von 1815-1818 begibt Chamisso sich auf eine Weltumseglung auf einem russischen Schiff unter dem Kapitän Otto von Kotzebue. Diese sogenannte „Rurik-Expedition“ mit Stationen wie Südamerika, Polynesien, Kamtschatka, Alaska, Kalifornien, Hawaii und auf der Rückfahrt Kapstadt wird vom russischen Schatzkanzler finanziert und soll zur Findung der Nordwestpassage beitragen. Chamisso nutzt die Reise um zu Kartografieren, ethnologische, botanische und zoologische Studien zu betreiben, die er später in seinem Werk „Reise um die Welt“ einem breiten Publikum zugänglich macht.

Als Naturforscher von Rang wird er Ehrendoktor der Universität Berlin, Kustos am Königlichen Herbarium und Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften. Das bewegte Leben Chamissos endet 1838 in Berlin. Er wird posthum in verschiedenster Weise geehrt, etwa durch das Erscheinen von Briefmarken der „Deutschen Bundespost Berlin“ und der Deutschen Post (DDR) mit seinem Porträt im Jahr 1981.

Quelle: https://www.preussen.de

Hinterlaß einen Kommentar

Deine E-Post-Adresse wird nicht veröffentlicht.